David Schalko, Toulouse. Theater in der Josefstadt

Besuch am 17. April 2019

Ein tobendes Duo! Sona MacDonald und Götz Schulte geben ihr Bestes, um aus dem uninteressanten Beziehungsdrama von David Schalko einen sehenswerten Theaterabend zu machen!

Herbert Schäfer lässt die beiden Ex in einem eleganten Hotelzimmer an der französischen Riviera toben. Dort hatten sie vor 19 Jahren eine gute Zeit, woran Videoaufnahmen erinnern. Beide schwimmen im Meer glücklich aufeinander zu. Glück war einst, jetzt ist Kampf. Silvia (Sona Mac Donald) hat ihren Exmann Gustav (Götz Schulte) in die Arena gebeten, um ihn für die „gestohlenen Jahre“ zu bestrafen. Warum die Zeit mit ihm „gestohlen“ war, wird nicht so richtig klar.

Zunächst spielt sich der übliche spöttisch-heitere Small-Talk zwischen den beiden ab. Schon denkt man: Und, was sollen die Banalitäten? Doch dann wärmt sich Sylvia für den Kampf auf. Sie reizt ihn, zieht sich aus bis auf ein Badekostüm – der Strand ist ja vor der Tür – fordert ihn zu einem Jahrhundertfick auf. Er ist dem nicht abgeneigt, schon steht er in der Boxershort kampf- und fickbereit vor ihr, als die Meldung -natürlich über Handy – hereinkommt, dass im Konferenzzentrum in Toulouse ein Attentat verübt wurde und es mehrere Tote gegeben hat. Pech für Gustav, der seiner neuen Freundin vorgeschwindelt hatte, in Toulouse zu sein. Die Angst in ihm, dass die Lüge auffliegt, die Schadenfreude von Sylvia steigert die Spannung – sie reizt ihn mit Worten, setzt sich die Pistole an die Schläfe – doch dann ist alles anders.

Großartig, was beide Schauspieler aus dem nicht umwerfend interessanten Streit der beiden machen. Er: feig, zurückhaltend, lüstern. Sie lockend, aggressiv, hysterisch. Nur mit so guten Schauspielern sind die eineinviertel Stunden gut auszuhalten.

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