Der Bockerer. Volksstück von P.Preses und U.Becher. Neufassung: Marcus Strahl

Aktueller denn je! In der Neufassung von Marcus Strahl, Intendant der „Wachau Festspiele in Weißenkirchen“ wirkte das Stück, als ob es gestern für heute geschrieben wurde: Machtgelüste, Verführung der Massen, Verrat, Krieg und Elend! Nur wenige durchschauen, was gespielt wird: Der Bockerer, brillant gespielt von Rudi Larsen, will zunächst nur in Ruhe Karten spielen und seinen Wein genießen. Aber als sein Freund und Tarockpartner das Land verlassen muss, weil er Jude ist, da beginnt Karl Bockerer zu denken und zu erkennen. Szenen, wie der Abschied von seinem Sohn (sehr gut: Sebastian Blechinger), das Wiedersehen mit seinem totgeglaubten Freund Hatzinger (schlicht und hervorragend: Gerhard Dorfer) sind Sternstunden.

Dann die Begegnung mit Alois Selchgruber, der sich für Hitler hält (Johannes Terne -ganz skurril!) ! Oft fragt man: „Darf man über die Nazizeit Witze machen?“ Wer sie so macht, wie in dieser Szene, der darf!

Ein Stück mit Hirn und Humor, immer gültig. Gespielt von einem brillanten Ensemble. Jede, auch die kleinste Rolle war perfekt besetzt. Die Bühne von Martin Gesslbauer ist zeitstimmig. Wochenschauen und Fotos aus der Zeit vor, während und nach dem Weltkrieg rollen im Hintergrund der Bühne ab.

http://www.wachaufestspiele.com