Die Komische Oper Berlin zu Gast mit der Zauberflöte im Festspielhaus St. Pölten

Halbes Vergnügen, halbes Leiden! So könnte man die Inszenierung auf den Punkt bringen. Regisseur Barrie Kosky und das Team „1927“ brachten Mozarts Zauberflöte als Slapstick-Komödie, als Comictheater, als Stummfilm mit Gesangseinlagen, als Videoclip mit interagierenden Livesängern, die allerdings ein wenig schwächelten. Zu Beginn war ich noch amüsiert, wenn die drei Damen als tratschlüsterne Bassenaweiber mit Hut und pelverbrämten Mantel auftreten, die Königin der Nacht als todbringende Riesenspinne, Sarastro als Deperoverschnitt aus der Zeit des Futurismus. Doch mit der Zeit wurden die vielen Schmetterlinge, Katzen, Totengerippe  und sonstigen Viecher, die die Filmleinwand bevölkerten, langweilig. Die Gags, wie so oft, wenn sie als Dauerbrenner fungieren, nutzen sich ab.

Manch Musikliebhaber wird sich gefragt haben: Dürfen die das? ja, schon, wenn das angepeilte Publikum Kinder sind. Doch ich bezweifle, ob die Fünjährigen, die recht zahlreich waren, das Spektakel überhaupt verstanden haben. Denn bei allem Spaß musste ich mich doch immer wieder angestrengt fragen, warum jetzt ein Elefant über die Leinwand trottet, warum Totenvögel auf den Pfosten hocken etc… Die herzhaft-freche Respektlosigkeit, die anfangs mich schmnzeln ließ, wurde bald recht anstrengend.