Giuseppe Verdi: Macbeth – Staatsoper Wien

Die Inszenierung von Berry Kosky gehört u den düstersten Aufführungen der Ära Roscic- Düsterer geht es wohl nicht mehr. Da ist nichts als Schwarz, ein paar Lichter führen in ein nicht vorhandenes Zentrum – Wer singt denn gerade und wo finde ich denjenigen? Ein bisserl zum Wundern: Hexen und Geister – wie könnte es anders sein – nackt mit vorgepicktem Penis und Brüsten – geschmackloser und trendiger gehts nicht mehr. Dann das Hauptpaar: Macbeth mit seiner Lady auf 2 Küchensesseln verhandeln, wer den König wie umbringen soll. Die Küchensessel bleiben das einzige und lächerliche Requisit. Eine Inszenierung, die auch dem tollen Sänger und Schauspieler Simon Keenlyside jegliche Aura raubt. Und erst recht auch Anna Pozzi, seiner Lady. Sie tut zwar wie eine Furie, wirkt aber wie eine Ehefrau, die sich ärgert, dass ihr Ehegespons nicht im Haushalt hilft. Insgesamt eine Inszenierung, aus der man nur wegbleiben kann. Übrigens ist das Wiener Publikum bestens informiert: Am Tag der Aufführung gab es insgesamt noch mehr als 140 nicht verkaufte Karten der 1. und 2. Kategorie. Die werden dann um 49 € an die Touristen verkauft, die den überwiegenden Teil des Publikums bildeten.

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