Jonathan Coe: Mr. Wilder &ich. Folio Verlag

Aus dem Englischen von Cathrine Hornung

Der britische Autor Conathan Coe ist bekannt für seine feine Ironie und den typisch englischen Understatement-Humor. In diesem Roman entwirft er aus der Erinnerung einer jungen Griechin ein Bild von Billy Wilder, abseits von der üblichen dokumentarischen Biografie.

Im Sommer 1976 lernt die junge Griechin Calista durch Zufall Billy Wilder und seinen besten Freund und Mitgestalter Mr. Diamond bei einem eleganten Dinner kennen. Sie hat keine Ahnung vom Film im Allgemeinen und schon gar nicht weiß sie, wer Billy Wilder ist. Sie blamiert sich unsterblich. Dennoch wird sie Wochen später als Dolmetscherin eingestellt. Wilder dreht auf der einsamen Insel Madouri seinen vorletzten Film „Fedora“. Calista macht amüsante Beobachtungen am Set, allmählich wird sie Wilderexpertin, weiß um seine Stärken und Schwächen. Sie folgt der Crew nach München, wo die letzten Dreharbeiten zu Fedora stattfinden. Dabei erfährt sie auch viel über die Vergangenheit Wilders. Er wuchs als Kind jüdischer Eltern in Wien auf und konnte der Verfolgung durch die Nazis entkommen. Aber alle Familienmitglieder sind umgekommen. Sein letzter Film wird sich diesem Thema widmen.

Der Roman ist locker geschrieben. Einige Male verwirrt Coe den Leser, weil er in den Zeiten hin- und herpendelt. Wer nicht gerade ein Filmexperte ist, wird so manche Ausdrücke aus der Filmfachsprache nicht verstehen. Auch werden einem jüngeren Publikum viele der genannten Filme unbekannt sein. Dennoch empfiehlt sich diese Biografie in Romanform, weil man Billy Wilders private Seite kennen lernt.

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