Madeleine Miller, Galatea, illustriert von Thomke Meyer

Aus dem amerikanischen Englisch von Ursula C. Sturm

Nach dem Text „Pygmalion“ aus Ovids „Metamorphosen“ erzählt Madeleine Miller die Geschichte neu, aus femnistischer Sicht. Die Autorin, studierte Philologin, ist für ihre Romane und Erzählungen, die auf antiken Texten beruhen, wie zum Beispiel „Das Lied des Achill“, bekannt. Für alle Leser, die mit der Erzählung Ovids nicht vertraut sind – was ja nicht vorauszusetzen ist – erzählt sie den Mythos in Kurzfassung und weist auch auf berühmt gewordene Bearbeitungen hin, von Shaws „Pygmalion“ bis hin zum Film „Pretty woman“.

Miller dreht den Mythos um: Der Bildhauer Pigmalion formt die Iealfrau aus Marmor, verliebt sich in sie, haucht ihr Leben ein. Dann aber verläuft die Geschichte anders als bei Ovid: Aus der willigen Statue wird eine revoltierende Frau, die sich gegen ihren Unterdrücker auflehnt und ihn mit List ins Meer zieht und gemeinsam mit ihm ertrinkt. Sie opfert sich, um ihre Tochter „Paphos“ von diesem „Monster“, wie sie ihren Schöpfer nennt, zu befreien. Paphos soll ein selbstbestimmtes Leben haben. Interessant ist die List, mit der sie Pygmalion in den Tod lockt: Aus sexueller Lust und der Gier, sein Geschöpf zu beherrschen, folgt er ihr bis in die Tiefe des Wassers.

Thomke Meyers Illustrationen sind im postmodernen Jugendstil gehalten und passen gut zu Stil und Inhalt des Werkes.

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