Margaret Meyer, Die Hexen von Cleftwater. C.H.Beck

Aus dem Englischen von Cornelius Hartz

Die Autorin widmet dieses Buch all den Frauen, die der Hexenverfolgung in East Anglia 1645-1647 zum Opfer gefallen sind.

Der Roman wühlt auf bis an die Grenze des Erträglichen, besonders weil er nur teilweise Fiktion ist und das meiste auf Tatsachen beruht. Martha Hallybread ist in dem kleinen Dorf Cleftwater eine angesehene Hebamme und Heilerin. Auch wenn sie so manchem Kind nur tot auf die Welt helfen kann, ist ihr Ruf unangetastet. Sie lebt seit über 40 Jahren im Hause von Kit, dessen Amme sie war. Als ihre Hilfe im Haushalt hat Kit die junge Magd Prissy aufgenommen. Eines Tages wird diese von Hexenjägern aus dem Haus verschleppt und ins Gefängnis gesteckt. Martha und Kit versuchen mit allen Mitteln, sie frei zu bekommen – aber vergebens. Denn nun hat Silas Makepeace, der gefürchtete Hexenjäger, die Hexenjagd übernommen und ausgerechnet Martha soll ihm dabei helfen. So muss sie in seinem Auftrag alle Frauen auf Merkmale des Teufels untersuchen. Sie soll den nackten Körper genau abtasten und jede kleinste Auffälligkeit melden. (Spätestens ab da wird das Buch schwer auszuhalten, weil es zu sehr an die Nieren geht) Sie muss mitmachen, um nicht selbst als Hexe angeklagt zu werden. Die Jagd nach den Frauen wird immer gespenstischer. Martha versucht ein letztes Mittel: Sie holt eine alte Puppe, die ihr die Mutter geschenkt hat, hervor und belebt deren magischen Kräfte wieder. Ab diesem Zeitpunkt wird die Geschichte recht unübersichtlich. Was passiert wirklich mit Martha?

Romane über Hexen und deren Verfolgung scheinen gerade Hochsaison zu haben. Warum? – Vordergründig wohl deshalb, um zu zeigen, wie sehr Frauen unter der Macht der Männer standen -noch immer stehen? . Aber noch relelvanter scheint der andere Grund zu sein: In diesem Buch wird klar, wie schnell die Menschen durch Manipulation sich in Jäger verwandeln können, wie schnell und leicht Hass entfacht werden kann, wenn eine politische Wille dahinter steckt.

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