Marie Brunntaler: Das einfache Leben. Eisele Verlag

Was für ein Lesegenuss! Nachdem ich den Roman von A. Lehner“ Vater unser“ fertig gelesen hatte, schwor ich mir, jetzt lange keinen „Debütroman“ von jungen Autoren und Autorinnen in die Hand zu nehmen. Ja, ich wollte sogar eine Lesepause, wenn nicht gar eine Leseentziehungskur machen. Denn was ich in der letzten Zeit so an Neuerscheinungen, die alle vom Feuilleton hoch gelobt wurden, in die Hand bekam, war anstrengend, ekelerrend (Lehner, Vater unser) und alles andere als ein Lesegenuss.

Durch den Roman von Marie Brunntaler genas ich sehr schnell von meiner vorübergehenden Buchphobie! Ich durfte wieder in einen Roman hineinfallen, mich gegen Abend auf die Lektüre freuen! Gerade weil hier eine Autorin keine „Feuilletonlorbeeren “ einheimsen, sondern einfach über ein einfaches Leben schreiben will, überzeugte sie mich . Mit solidem ERzählstil, den manche wahrscheinlich altmodisch finden, beschreibt sie den Lebensweg zweier Schwestern, die in dem entlegenen Bergdorf Dachsberg im Südschwarzwald aufwachsen, als junge Frauen draußen in der Welt des Wirtschaftswunders ihr Glück versuchen, aber scheitern. Beide kehren als reife Frauen in ihr Dorf zurück. Nun stellt sich die Frage: Was tun mit dem Leben? Da hat Elisabeth, die tatkräftigere der beiden, die Idee, einen Rosengarten zu pflanzen. Auf 1000 m Höhe und bei diesen strengen Wintern und den trockenen Sommern! Alle schütteln den Kopf.Zunächst aucb die Schwester Adele. Doch bald überzeugt Elisabeth mit ihrer Ausdauer und Unerschrockenheit alle. Der Rosengarten gedeiht!

Brunntaler schildert kein Naturwunder, kein Märchen. Sie weiß, wovon sie erzählt, kennt die Härten des bäuerlichen Lebens am eigenen Leib. Den Rosengarten in Dachsberg gibt es zwar nicht, wohl aber in Nöggenschwiel. Dort züchtet man erfolgreich in 700 m Höhe die herrlichsten Duftrosen. Mag sein, dass diese Gärten als Ideengeber für Bruntaler fungierten.

Das beste Buch an grauen Wintertagen!

http://www.eisele-verlag.de