MONETS GARTEN – Ausstellung in Karl-Marx-Hallle

Produktion: Immersive Art AG + Alegria Konzert GmbH, Produzent: Dr. Nepomuk Schessel

„Vielleicht verdanke ich es ja den Blumen, dass ich Maler geworden bin“, sagt Claude Monet (1840-1926), Die Ausstellungsmacher, sich auf diese Aussage stützend, konzentrierten sich daher besonders auf Monets Farbenkunst, die er den Blumen abschaute. Man muss nicht nach Giverny reisen, um den Reiz des Gartens und der dort entstandenen Bilder zu erleben. Die Ausstellung macht ein „Eintauchen“ in die Werke (daher der Ausdruck „immersives Erlebnis“) möglich. Didaktisch sorgfältig und technisch luxuriös aufbereitet, alle digitalen Möglichkeiten ausnützend, bietet die Ausstellung auch für Museums- und Kunstphobiker einen interessanten Zugang. Besonders aber lockt sie Kinder an, die sich dem Farbenrausch naiv und unverstellt hingeben.

Zu Beginn bieten Fotos und Bildkopien einen informativen Einblick über das Leben des Künstlers und die Entwicklung seiner Kunst. Interessant sind die großformatigen Fotos, die den jungen Künstler bis hin zur Zeit knapp vor seinem Tod zeigen. Verblüfft stellt man fest, dass innerhalb weniger Jahre ein jeweils anderer Mensch den Besucher anblickt. Finanzielle Nöte und Trauer um seine früh verstorbene Frau Camille gruben tiefe Linien in das Gesicht und ließen es früh altern. Wie viele Künstler kämpfte auch Claude Monet um Anerkennung , die ihm erst spät zuteil wurde, und um finanzielle Sicherheit.

Die Freude am Selfie kann man auf ganz raffinierte Weise befriedigen, indem man sich zum Beispiel in das Bild „Frühstück im Grünen“ als einen der Gäste hineinbeamt und fotografiert. Eine reizvolle Idee, Selfie einmal anders! Dass alle Bilder Kopien sind, versteht sich von selbst.

Durch ein Labyrinth von Gängen gelangt man zur nächsten Überraschung: Der Nachbildung der Brücke und des Gartenhauses, geschmückt mit Glyzinien und Gartenblumen in Plastikpracht. Hier sollte ein Warnschild aufgestellt sein: Achtung Kitschalarm. Allergiker sollten besser nicht lange verweilen, sondern gleich in den großen Saal weiterziehen, in dem man zu Ravels „Bolero“ hochdramatisch in die Bilder Monets eintauchen kann.

Der Begriff „immersiv“ wird hier umgesetzt: Man sitzt, liegt – je nach Geschmack – und lässt die Bilder auf sich wirken, taucht in sie ein, erlebt Sonnenuntergang, spaziert am Hafen entlang, schaukelt auf Wellen. Gleichzeitig läuft vor dem geistigen Auge nochmals das Leben dieses genialen Künstlers ab. Auch wenn alles nur „virtuell“ ist und vielleicht mancher Snob darüber die Nase rümpft – die Ausstellung hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck.

http://www.monets-garten.at