Petra Morzé im Südbahnhotel am Semmering.

Der Pianist und Dirigent Florian Krumpöck lädt wieder ein zu Kultur-Sommertagen am Semmering.

Dieses Jahr im Südbahnhotel! Für alle, die sich noch an die Aufführungen im Rahmen der Festspiele Reichenau erinnern, ein freudiges Wiedersehen. Wieder die wunderschöne, dunkle Hotellobby betreten, ein Glas Sekt trinken, sich in eines der alten Lederfauteuils sinken lassen oder auf die Terrasse hinausgehen und in die Traumlandschaft zu schauen. Sich erinnern, als Petra Morzé und Herbert Föttinger in Schnitzlers „Das weite Land“ spielten – es war die letzte Vorstellung und man spürte die Wehmut, die Schauspieler und Zuschauer ergriff.

Nun ein Wiedersehen mit Petra Morzé an diesem Ort!! Zuerst erzählt die Schauspielerin im Gespräch mit Florian Krumpöck, was ihr in ihrem Beruf am wichtigsten ist: natürlich die Sprache! „Ich ringe um Respekt vor der Sprache und es macht mich traurig, wenn ich selbst Kollegen schlampig sprechen höre.“ Wie wahr, seufze ich und denke an so manche Aufführungen im Burgtheater, wo ich stellenweise nur erahnen konnte, was da gerade genuschelt wurde! Natürlich kam auch das Gespräch auf ihre Zeit im Burgtheater: „Nach 17 Jahren an der Burg wurde ich weggegangen.“ Und sie beklagt den untergriffigen Ton und die respektlose Art und Weise, in der die „Kündigung“ ausgesprochen wurde. Ich denke, alle Zuhörer wussten, wen sie meinte. Und doch fiel der Name Martin Kusej nicht. Woher diese Scheu?

Viele „Reichenaufans“ bedauern es, dass Petra Morzé nach ihrem vorjährigen Erfolg der Blanche in „Endstation Sehnsucht“ dieses und auch nächstes Jahr nicht in Reichenau zu sehen sein wird. Und natürlich schon gar nicht auf der Burg. Was völlig unverständlich ist!!!

Nach dem Künstlergespräch:

Morzé liest Stefan Zweig: Geschichte in der Dämmerung, begleitet von der Harfinistin Elisabeth Plank.

Eine nicht sehr glückliche Wahl. Denn diese schwülstige Geschichte zählt sicher nicht zu den besten Erzählungen Zweigs. Ein 15-jähriger Junge erlebt im nächtlichen Schlossgarten seine erotische Initiation. Dabei hat Zweig gehörig in den Topf der Romantikattribute gegriffen. Dazu noch die Harfenmusik – das war (mir) zu viel!

Spielplan bis 8. September unter

http://www.kultursommer-semmering.at