Teatro Delusio: Familie Flöz im Theater Akzent
- Silvia Matras
- 2. März
- 2 Min. Lesezeit
Von und mit Paco González, Björn Leese, Hajo Schüler und Michael Vogel.

Endlich sind sie wieder da, die schrägen Maskenvögel mit den absurden Einfällen! Erwartet von einer großen Fangemeinde, die im Lauf der Jahre diese Figuren mit den sensiblen Seelen kennen und lieben gelernt hat. Das Theater war also bummvoll, schon hat man den Beginn eingeläutet. Aber auf der Bühne wird noch herumgeräumt. Leiter dorthin, dahin, Türe woandershin, Kabel ver- und entwirren, Kurzschlüsse... Allmählich dämmert es , das gehört zum "Stück"!
Ja, wir befinden uns auf der Hinterbühne, dort, wo die Helferlein agieren (sollten), Zu Beginn tragen drei Darsteller - noch ohne Maske und Kostüm - eine geheimnisvolle Puppe auf die Rampe. Sie guckt - ja, sie guckt, obwohl mit starrer Maske - bewundernd und verwundert umher und entschwebt wie ein Theaterengel ins Dunkle. Dann verwandeln sich vier Darsteller mit unglaublicher Geschwindigkeit in 29 Figuren aus dem Opern- und Ballettalltag Drei Helferlein werken auf der Hinterbühne, die eigentlich Bühne bleibt unsichtbar - nur hörbar.

Der eine dünne Lange ist der Verträumte, er liest lieber als zu arbeiten, kramt in der Kiste nach seinem Eichhörnchen, das er streichelt und mitlesen lässt. Der andere ist der "Machatscheck", der aber alles verkehrt macht, und immer wieder eine auf den Deckel(sprich Kopf) oder auf und in seinen dicken Bauch gehauen bekommt. Und dann ist da der kleine Sportliche, der mit seinen Muskeln angibt, aber auch nichts Rechtes zuwege bringt. Slapstick auf absurdem Niveau!

Das Theater beginnt - Primadonnen singen Arien aus alten Opern, lassen sich beklatschen, drehen sich eitel im pompösen Kostüm. Doch nichts klappt so richtig, der Impresario ist verzweifelt. Der Ballettmeister geht den einzelnen Ballerinen an die Wäsche. Der kleine Sportsman verliebt sich in eine Ballerina. Man hat den Eindruck, die ganze Theaterwelt auf der Hinterbühne zu erleben.

Und dieses Wunder bewerkstelligen nur vier Schauspieler. Im rasanten Kostüm- und Maskenwechsel verwandeln sie sich in die Primadonna, die Tänzerinnen im Tütü, in den versponnenen Dirigenten.
Was aber das eigentliche Wunder ist: Das alles geschieht ohne Sprache. Man hört nur Arien und Musik aus diverssen aus diversen Opern. Die Masken sind fähig, tiefe Gefühle, Freude, Trauer, Enttäuschungen und absurde Lebenssituationen uns miterleben zu lassen. Zu einer der berührendsten Szenen gehört wohl, wenn aus der Dose die Musik der Puccini-Arie "O mio Babbino caro" ertönt und der Verträumte sein totes Eichhörnchen streichelt.
Maskentheater vom Feinsten!
Langer und begeisterter Applaus!


