Richard Wagner: Der fliegende Holländer. Volksoper

Für alle, die nicht unbedingt zu den eingefleischten Wagnerfans gehören – dazu zähle ich mich auch – gilt diese Oper so zusagen als „Einstiegsdroge“. Ich selbst versuchte immer wieder, mit diesem Werk einen Zugang zu Wagners überbordender Romantik zu finden – vergeblich. Auch dieser Abend war nicht dazu angetan, mir Wagner schmackhaft zu machen. Dabei wäre das Bühnenbild von Frank Philipp Schlößmann durchaus geeignet, aus der Schauermärchengeschichte eine erträgliche zu machen. Denn viel Romantik erlauben die dunklen Wände nicht. Einmal bilden sie den Schiffsbauch, dann das Büro des Kapitän Daland – von Stefan Cerny mit der nötigen Schlauheit und dezent durch den Geldkoffer angedeuteten Geldgier gespielt und stimmlich hervorragend gesungen – oder auch die Spinnstube. Ganz der Negation jeglicher Romantik verpflichtet lässt Schlößmann in der Spinnstube kein Spinnrad zu. Der Chor der nicht spinnenden Mädchen wird von einer strengen „Lehrerin“ geleitet – köstlich komödiantisch hier Martina Mikelic. Tomislav Mulek ist ein stimmlich sicherer und darstellerisch überzeugender Erik, der mit allen Mitteln um seine Verlobte Senta kämpft. Für Melba Ramos ist die Senta ein Rollendebüt an der Volksoper. Leider ist sie stimmlich zu hart, in der Höhe schrill. Man merkt ihr die Mühe an, die sie mit der Rolle hat. Markus Marquardt ist ein eher gemütlicher Holländer. Von der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit ist nichts zu spüren. Eben nur ein Mann, der enttäuscht wieder mit seinem Schiff abzieht – wieder keine Frau gefunden. Es hat sich auch zwischen Senta und ihm keine spürbare Anziehung entwickelt.

Alfred Eschwé lässt das Orchester mit einer Lautstärke aufspielen, die manchmal selbst die stimmstarken Sänger in Schwierigkeiten bringt und die Hörorgane der Zuhörer strapaziert.

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