Robert Cohen, Exil der frechen Frauen. Unionsverlag

Ein ehrgeiziges Unternehmen: In dem fiktionalen Roman erzählt Robert Cohen, Filmemacher und Literaturwissenschaftler, über 600 Seiten lang die Geschichte dreier Frauen, die in den 1920er Jahren den „Verein der frechen Frauen“ gründeten.

Es beginnt spannend: Berlin 1928. Die junge Olga Benario befreit ihren Liebhaber Otto Braun aus dem Gefängnis Berlin-Moabit. Braun flieht nach Moskau. Von der kühnen Befreiungstat sind Maria Greßhörner und Ruth Rewald so begeistert, dass sie den „Verein der frechen Frauen“ begründen. „Frech“ ist gleichzusetzen mit mutig, unkonventionell und selbstbestimmend. Eigenschaften, die Frauen in diesen Zeiten lebensgefährlich wurden.

Robert Cohen versucht nun mit minutiösen Recherchen dem Schicksal dieser Frauen nachzugehen. Die Crux dieses Romans liegt auf minutiös. Denn es wurde kein Roman, eher wohl eine Dokumentation oder der Versuch einer Dokumentation. Der Autor überfrachtet und überfordert den Leser mit Namen, die kaum jemand heute kennt. Eine straffere Erzählform unter Verzicht so mancher Details hätte dem Buch gut getan.

Unbestritten ist der Wert der umfangreichen Recherchearbeit.

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