Theaterforum: Miro Gavran, Pantoffelhelden

Deutsche Übersetzung: Tihomir Glowatzky

Regie: Hubsi Kramar, Bühnenbild: Markus Liszt, Produktion und Kostüme: Carmen Wagner

Eine Ehe zu Dritt? – Geht gar nicht, wenn der eine der Ex-Ehemann, der andere der aktuelle Ehemann und die Dritte die grantige, gereizte Ehefrau des aktuellen ist. Einer ist immer der Belämmerte in dieser Komödie von Miro Gavran, dem erfolgreichen kroatischen Autor. Am Schluss sind es die beiden Männer. Die Frau hat über die Köpfe der „Pantoffelhelden“ entschieden.

Anna und Marko (Eszter Hollosi und Anton Rieger) feiern ihren ersten Hochzeitstag und beteuern sich gegenseitig und mehrmals, wie glücklich sie sind. Man weiß: das kann nicht lange dauern – sonst gäbe es ja nichts zum Lachen. Und schon taucht der Störefried auf: Der Ex-Ehemann Ivo (Manuel Dragan) ist vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er zwei Jahre unschuldig einsaß. Er kommt, um zu bleiben. Denn die Wohnung gehört zur Hälfte ihm. Ein guter Komödienstoff. Zu Beginn amüsiert man sich über den Akzent des Ivo. Mit leichten Sprach- und Grammatikfehlern gewinnt er die Gunst des Publikums, aber nicht die der beiden Eheleute. Die fühlen sich in ihrer Intimsphäre heftig gestört. Geschickt entwickelt der Autor ein Ringelspiel der Beziehungen – sehr rasch arrangiert sich der Ehemann mit dem Ex,sie trinken Bier, spielen Karten, was natürlich die Ehefrau aufbringt. Sie wiederum versucht den aktuellen Ehemann eifersüchtig zu machen, indem sie mit dem Ex auf häusliche Idylle spielt. Das ist alles sehr nett anzuschauen, aber es fehlt dem Stück ein starker Antrieb, irgendein Überraschungseffekt. Alle drei Schausspieler bemühen sich, besonders Manuel Dragan bringt durch seinen Akzent und seine witzige Körpersprache Pep und Lockerung in das etwas zäh dahinfließende Geschehen. Hubsi Kramar, sonst für seine aberwitzige Regie bekannt – etwa in „Bezahlt wird nicht“ von Dario Fo – lässt das Geschehen eher brav über die Bühne gehen. Durch den häufigen Umbau auf der Minibühne verliert das Stück an Fahrt, kaum dass es ein wenig zugelegt hat. Textkürzungen täten ihm gut.

„Pantoffelhelden“ bleibt bis 9. Oktober am Spielplan

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