Theblondproject – im Kasino am Schwarzenbergplatz

Was war das? Theater? – nein. Eher ein Experiment. Und Experimente dürfen scheitern.

Gesine Danckwart und Caroline Peters haben dieses Experiment gemeinsam entwickelt, gefördert vom deutschen Fond Doppelpass.

Thema ist nicht, wie erwartet, eine gesellschaftskritische Analyse der „Blondinenwitze“. Vielmehr soll es eine Aufbereitung diverser feministischer Wege zum „Glück“, zur Selbständigkeit, zur Karriere, wenn man so will,gewesen sein. Aber das ist nur meine Hypothese. Was es wirklich war (und ist), konnte ich nur erahnen. Zuerst muss das Publikum auf der Bühne stehen und sich zwei Monologe von Denckwart und Peters, aus den Sitzreihen sprechend, anhören. Nach etwa 20 Minuten werden die Zuschauer in die Backstage-Räume gebeten, wo es Videos, Zettel mit Sprüchen, Fotos von Frauen und blonde Perücken zum Probieren gibt. Mäßig lustig, manchmal lästig. Dann dürfen sich alle setzen – und wer will, kann auf der Bühne Pingpong spielen. Die anderen dürfen zuschauen, wie die auf der Bühne Pingpong spielen. Mäßig lustig. Langsam fragte ich mich, wann beginnt „es“ – und was ist das „es“? Nach dem Pingpongspiel liest Gesine Danckwart mehr schlecht als recht einen Text vom Blatt – den Inhalt habe ich vergessen. Dann hat Caroline Peters ihren Großauftritt. Eine gefühlte halbe Stunde redet sie wie eine Maschine ohne Punkt und Beistrich – das kann sie ja hervorragend ( siehe „Heisenberg“) über alles Mögliche. Von dem Redeschwall blieb auch nicht viel haften. Dann muss der menschliche Avatar, der auf die Gasse geschickt wurde, von seinen Erfahrungen dort per Video berichten. Nur – auf der Gasse hat sich nichts ereignet. Dann ist Pause – glaubten alle! Und schlenderten umher, warteten auf die Fortsetzung – bis die Garderobefrau ziemlich verzweifelt die Leute bat, doch endlich ihre Mäntel abzuholen. Sie will nämlich heimgehen. Wir auch! Schon lange. Aber es hat uns ja niemand gesagt, dass es aus ist.

Schade! Das Experiment blieb in den Kinderschuhen stecken.

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