Wiener Konzerthaus: Beethovens 9. am Neujahrstag

Wiener Symphoniker und die Wiener Singakademie, Dirigent: Omer Meir Wellber

War der Star des Abends Beethoven oder Omer Meir Wellber? – Nun, die 9. Symphonie ist „Repertoire“, aber der Dirigent ist neu, spannend. Er sprintet auf die Bühne, als würde er vorbei am Dirigentenpult zur nächsten Tür wieder hinaus rennen, bremst sich gerade noch rechtzeitig ein. Ein Sprinter – auch in seiner Karriere. Gerade noch Musikdirektor der Wiener Volksoper. seit 1.1. 2024 nicht mehr, aber doch noch in Palermo, bald in Hamburg. Er dirigiert, wie er lebt: Mit vollem Elan vollführt er ein Ganzkörperdirigat! Sehenswert, und natürlich auch hörenswert. Manche Musikologen finden es fundamental wichtig zu wissen, wie lange die verschiedensten Dirigenten für ein bestimmtes Musikstück gebraucht haben. Man findet noch keine Zeitangaben zu Beethovens Neunter, aber bestimmt sprintet Omer Meir Welber mit seinem Dirigat ganz an die Spitze! Die kürzeste Zeit -gewonnen!!

Und das sah dann so aus und hörte sich so an: Rasant durch die Sätze, das Adagio darf ruhiger sein, alles sprintet hin zum Schluss, bis Christopher Maltman mit volltönendem Bass anhebt: Oh Freude…von weit her erklingen Trommeln und Tschinellen, dann der Chor…da bekam man schon die Gänsehaut.

Rasender, zum Tempo des Dirigenten passender Beifall!! Mit so viel Elan hat noch kein Dirigent zuvor das neue Jahr eingeleitet!

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