Daniel Glattauer: Das liebe Geld. Kammerspiele der Josefstadt.

Regie: Folke Brabant, Bühne: Stephan Dietrich

Dank der hervorragenden Schauspieler wird aus der flachen Komödie eine amüsanter Abend. Denn der Plot reicht nicht für eineinhalb Stunden. Zunächst ist man noch neugierig: Was wird Alfred Henrich machen, dem die Bank sein wohlverdientes Geld verweigert? Roman Schmelzer spielt diesen armen Kerl. Er zieht alle Register – vom Zornigen, zum demütig Bittenden und bis hin zum tief Gedemütigten. Mit kalter Eleganz legt Martina Stilp die Rolle der Mag. Drobesch an: Sie fertigt Henrich mit den üblichen Platitüden ab, die eine Firma – diesmal eine Bank – als Argumentation vorbringt, wenn sie jemanden ins Unrecht setzen will. Diese Rolle hätte Glattauer noch schärfer herausarbeiten können. Martina Stilp liefert hier eine tolle Gruselgroteske ab! In blonder Perücke und grauem Businesskostüm gleicht sie fast schon einer Roboterfigur, die dazu trainiert worden ist, Beschwerden abzuwimmeln. Michael Dangl genießt ganz offensichtlich seine Rolle des aalglatten Bankdirektors – ein Dandy im goldenen Anzug. Die komische Rolle der Ehefrau Henrich – Ulli Maus – geling Silvia Meisterle gut.

Man genießt das gekonnte Spiel der Darsteller, beginnt sich aber bereits nach einer halben Stunde zu langweilen, weil die Geschichte sich im Kreis dreht.

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