Das „Russian Classical Ballett“ tritt im Theater Akzent auf.

Die Kompanie wird von der Tänzerin Evgenija Bespalova geleitet und – so heißt es im Ankündigungstext des TheaterAkzent- tritt zum ersten Mal in Österreich auf. Gezeigt wird eine Neuproduktion. Forscht man jedoch ein wenig im Internet, so stößt man auf eine Produktion des „Staatlichen Russischen Balletts Moskau“. Sie präsentierten in ganz ähnlichen Kostümen und Kulissen, ebenso auch mit dem Hofnarr als Freund des Prinzen, das Ballett bereits 2019 in Österreich, Deutschland und in der Schweiz. Ob die beiden Gruppen miteinander arbeiten, vielleicht sogar identisch sind, ist nicht ganz klar, für den Zuschauer aber letztendlich nicht so wichtig-

Nun zum Abend im Akzent:

Trotz wesentlich kleinerem Bühnenraum als sonst üblich sah man einen prunkvollen Königspalast – alles ein wenig im Stil von Neuschwanstein – und eine romantische Waldgegend. Die gut ausgebildete Tänzergruppe überzeugte am Anfang noch nicht so ganz. Vor allem hatte Prinz Siegfried ob seiner Größe Platzprobleme. Aber auch tänzerisch wirkte er steif und eher einfallslos in Gestik, Sprüngen und Figuren. Dass er die Partie des Prinzen so emotionlos tanzte, war enttäuschend. Umso bezaubernder die Schwäne – allen voran die Tänzerinnen der Odette und der Odile.Odette – zart, zerbrechlich und voller Romantik, Odile voller Lebenslust, verspielt, verführerisch. Klar, dass der Prinz sofort seinen Treueschwur, den er dem weißen Schwan geleistet hat, vergisst. Interessant war, dass man die eher selten gespielte „glückliche Variante“ zeigte: Prinz Siegfried kann die Schwanenkönigin aus den Klauen des bösen König Rotbart retten. Schwarzer Schwan und Rotbart sind endgültig besiegt. Schade nur, dass sich die Tänzerin des schwarzen Schwans beim Schlussapplaus nicht mehr sehen ließ.

Ganz entzückend die „vier jungen Schwäne“! Ihr Auftritt gehört ja zu einem der schwierigsten Partien dieses Balletts. Mit Kraft und Energie überzeugte auch der böse König Rotbart. Etwas zu viel Raum gab man dem Clown, der jedoch sehr kraftvolle Sprünge sehen ließ! Alles in allem ein Ballett, das mit einigen Talenten überzeugen konnte.

Eine Bitte an die Technik des Theaters: Die Musik aus der Konserve klang manchmal recht scheppernd. Vielleicht ließe sich da einiges verbessern.

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