Dino Pesut: Der (vor)letzte Panda oder die Statik.Im Vestibül.

Aus dem Kroatischen von Alida Bremer. Eine Koproduktion mit dem Max Reinhardt Seminar

Man muss zugeben, die vier Reinhardt-Seminaristen legen sich ordentlich ins Zeug. In der engen Glasvitrine ist nicht viel Spiel-Raum. Über Mikrophone lassen sie uns wissen, welche Träume sie haben. Ob und wenn ja welche davon realisiert werden, lässt der Autor im Unklaren. Denn nach herkömmlicher Theatermethode zerstückelt er das Narrativ, einmal scheinen die vier in ihrer Gegenwart zu leben, dann in ihrer Zukunft, dannn in ihrer Vergangenheit. Dem Publikum wird es nicht leicht gemacht, die Intention und den roten Faden -so es einen gibt – zu erfassen.

Ratsam ist es, man liest vorher im Programmflyer, worum es in dem Stück geht, nämlich um den Jugoslawienkrieg und seine Folgen. Viele Leser und Theaterbesucher werden vielleicht seufzen: Nicht schon wieder! Nach der langen Debatte um Handke, nach den vielen Neuerscheinngen auf dem Buchmarkt (Marica Bodrozic, Mein weißer Frieden, Sasa Stanisic, Herkunft u.andere mehr) nun also dieses Theaterstück: Marija (Annina Hunziker), Ana (Wiebke Yervis), Marin (Lukas Haas), Luka (Aaron Röll) haben eines gemeinsam: Sie sind 1990 in der Kleinsstadt Sisak (Kroatien) geboren. Ihre Kindheit ist von Krieg und Schrecken geprägt. Sirenen, Kanonendonnner etc zu Beginn. Alle haben unterschiedliche Träume, die sich nicht wesentlich von anderen Jugendlichen, die nicht im Kriegsgebiet geboren wurden, unterscheiden: Sie wollen ficken, sie wollen studieren, sie wollen eine Familie, sie wollen künstlerischen Erfolg. Dazwischen heißt es einmal „Pandas sind süß“ – aha, deshalbe der erste Teil des Titels. Die Statik? – vielleicht so zu erklären: Alle vier Prottagonisten gestehen sich ein: Es hat sich nichts geändert, die Träume sind Träume geblieben.

Am Ende bleibt eine gewisse Ratlosigkeit. Und die Frage: Habe ich da etwas nicht mitbekommen? Die witzigen Phantasiekostüme von Pia Greven sind auch nicht gerade erhellend.

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