Ian McEwan, Kindeswohl, Diogenes

Dieser Autor hat den sicheren Griff für brisante Themen! Diesmal geht es um schwierige gerichtliche Entscheidungen, die die angesehene Richterin Fiona Maye zu fällen hat: Ein 17-jähriger Mark leidet an Leukämie und braucht dringed eine Bluttransfusion. Seine Eltern als überzeugte Zeugen Jehovas lehnen das aus religiösen Gründen ab. Ebenso er selbst. Die Richterin führt im Spital ein langes Gespräch mit dem Kranken, ohne ihn wirklich von der Notwendigkeit der Transfusion überzeugen zu können. Sie entscheidet unter dem Aspekt des Kindeswohls für die Transfusion. Wie sich herausstellt, sind die Eltern und auch der Junge glücklich über diese Entscheidung. Während dieses Findungsprozesses erinnert sich die Richterin an den anderen schwierigen Fall, den sie zu entscheiden hatte: Siamesische Zwillinge sind so unglücklich miteinander verwachsen, dass entweder beide sterben werden oder nur einer durch eine Operation gerettet werden kann. Aber welcher? Fiona Maye entscheidet sich für die Rettung des stärkeren, lebensfähigeren Kindes. Doch diese Entscheidungsfindung hat ihr sehr zu schaffen gemacht und auch ihr Eheleben gestört: Sie entfernte sich immer mehr von ihrem Mann Jack. Durch den zweiten schwierigen Fall wird die Kluft zwischen ihnen noch größer.
Ian Mc Ewan weiß Spannung zu halten. Mark wird gesund, beginnt ihr Dankesbriefe zu schreiben, folgt ihr sogar auf einer Dienstreise nach. Doch den Schluss wollen wir hier nicht verraten…