Moira Buffini: Loveplay. Theater Scala.

Ein Ort. Zehn Geschichten. 2000 Jahre. Deutsch von Bruno Max. Inszenierung und Bühne: Bruno Max

Auf dem Bühnenhintergrund erscheint der Plan eines römischen Lagers. Zeit: 79 n.Chr. Ort: Irgendwo in Britannia. Ein römischer Soldat will mit einer aus dem Dorf bumsen. Kommt aber nicht dazu, denn sie will ein Huhn als Bezahlung, er hingegen gibt ihr römisches Geld. Damit kann sie nichts anfangen. Also: Kein Huhn – kein Sex.

2. Szene – fast fünfhundert Jahre später : Das römische Lager ist verfallen. Die römischen Götter sind tot. Im Tempel wird „Liebe gemacht“ – was dahin ausartet, dass die Frau geschlagen und fast dabei umkommt. Das Tier im Mann durfte sich austoben. Als Zuschauer stellt man sich innerlich auf eine harte Abrechnung mit der Männerwelt ein. Immerhin hat ja diesen modernen „Reigen“ eine Frau geschrieben. Doch es kommt anders:

In großen Schritten durch die Zeit bis in die Gegenwart werden die Spielarten des Sex mehr oder weniger witzig dargestellt. Liebe wird obsolet, eine abgedroschene Spielart von Sex. Das Problem dabei sind die klischeeartige Sprache und die sich daraus ergebende etwas abgedroschene Situationskomik der einzelnen Szenen. Als Zuschauer sieht und erlebt man das Erwartete. Einige Szenen bleiben positiv in Erinnerung: Ein raffiniertes Spiel zwischen Theater und Wirklichkeit, oder der brutale Sexakt zwischen Herr und Gouvernante. Ebenfalls herausstechend aus dem Reigen – auch schauspielerisch – ist die mutige Szene aus 1735 n. Chr: Eine Wissenschaftlerin bestellt einen „echten Kerl“ von der Straße, um sein Gemächt und den Körperbau zu beäugen- Diese Szene hat Witz und Schärfe. Andere gleiten knapp am Klamauk vorbei.

Wie immer legt sich das Ensemble ins Zeug, spielt auf Teufel komm raus!Scala pur!

Die Darsteller/Innen: Eszter Hollósi, Johanna Elisabeth Rehm, Leopold Selinger, Samantha Steppan, Philipp Stix, Matthias Tuzar.

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