Zum 20. Todestag von Friedrich Gulda und H.C. Artmann. Konzert und Lesung im Muth Wien.

Musik und Literatur zu verknüpfen ist eine allseits beliebte Form der Darbietung. Die Veranstalter hoffen damit, sowohl ein literatur- als auch ein musikaffines Publikum anzulocken. Was auch meist gelingt.

So auch diesmal im Muth. Karl Markovics las H.C. Artmann:

UANSCHLIAFFA

und das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien spielte ausgesuchte Gustostückerl aus Friedrich Guldas Kompositionen. Stargast war der Cellist Matthias Bartholomey, der Unglaubliches und fast Akrobatisches mit seinem Cello zauberte.

Fotocredit: Matthias-bartholomy-right

Im ersten Teil las Markovics Texte, die mit dem Wald und dem Salzkammergut zu tun hatten, eine Prosa, frei schwebend, ohne Bodenhaftung. Dazu passte das „Konzert für Violoncello und Blasorchester“. Unter der Leitung von Herbert Pichler sorgte das Orchester für Schwung und Stimmung: Polka, Landler, Walzer, ja sogar Trauermärsche wurden mit Jazzanklängen neu aufgemischt – richtige „Uanschliaffa“. Dazu spielte Matthias Bartholomey Unglaubliches auf seinem Cello -man staunte über seine gewagten und witzigen Capriolen, die er seinem Instrument entlockte.

Nach der Pause waren Proben aus Artmanns Mundartdichtung zu hören, z.B. „Was an Weana ollas ins Gmüat geht“. Dazu selten gehörte Gulda-Kompositionen: „The Air from other planets“ mit Martin Listabarth am Klavier, „The Veiled old land“ und „Music for 4 Soloists and Band Nr.1“

Was Guldas und Artmanns Werke gemeinsam haben: Sie feiern das Unerwartete, das Unglaubliche, das nie vorher Gedachte. Sie sind keine Fortführer, auch wenn sie Wurzeln in der Tradition haben.Deshalb gehören sie zu den wichtigsten Künstlern, die nach dem Vakuum während und nach dem Zweiten Weltkrieg eine eigene, sehr österreichische Literatur und Musik auf die Wege brachten.

Ein Abend, der rundherum stimmte.

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