CIAO, BELLA CIAO
- Silvia Matras
- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit
Eine inszenierte Zeitreise durch den musikalischen Kosmos von Cecilia Bartoli
Eine Koproduktion mit der Opéra de Monte Carlo. Regie: Davide Livermore. Libretto: Fausto Brizzi, Paolo Gep Cucco

Salzburger Festspiele Pfingsten 2026.
Seit 2012 leitet Cecilia Bartoli sehr erfolgreich die Salzburger Pfingstfestspiele. Anlässlich ihres bevorstehenden 60. Geburtstags schenkte sie sich selbst einen Rückblick auf ihren musikalischen Werdegang..
Es wurde eine bunte Revue wie aus den 60er, 70er Jahren: Im Hintergrund spielte das Orchester "Les Musiciens du Prince-Monaco" unter der Leitung von Ivan Cassar.Das italienische Kreativunternehmen D-Wok lieferte die überdimensinalen virtuellen Bünenbilder in 3D-Mappings, entworfen von Nikolas Bovey und Eleonora Peronetti.
In diesem (manchmal zu) opulenten Rahmen wirbelte Cecilia Bartoli in unzähligen Kostümen (Gianluca Falaschi) in gewohnt temperamentvoller Manier über die Bühne, sang, tanzte und verwandelte sich blitzschnell vom Teenager zur Diva,
Ein fiktives RAI-Team bittet um ein Interview. Unter der Leitung des Fernsehjournalisten (Nax Nicosia) beginnt die Erinnerungsreise mit der frühen Kindheit. Zu Hause wurde immer gesungen: "La casa nostra era un teatro". Da Mutter (sie war im Saal und wurde heftig beklatscht) und Vater Opernsänger waren, war Singen für die junge Cecilia selbstverständlich. Mit neun Jahren singt sie das Lied des Hirten in der "Tosca".. Als Teenager gilt ihr Interesse mehr den italienischen Schlagern. und dem Italo-Pop. Ihrem Großvater widmet sie das Partisanenlied "Bella ciao". Er kehrte aus der russischen Gefangenschaft zu Fuß nach Hause zurück und schloss sich den Partisanen an. Den an Krebs verstorbenen Bruder widmet sie das Lied von Céline Dion "My heart will go on".

Heiter und selbstironisch erzählt sie von ihrer Flugangst - sie reist nur mit Zug, Bus oder Schiff. Sie ist bereits "die Bartoli" -allseits bewundert und wagt sich an "Casta diva" aus der Oper Norma. Einen Wimpernschlag später ist sie die Carmen und versucht sich an der Habanera. Mit beiden Arien konnte sie an diesem Abend nicht voll überzeugen. Auf dem verrauten Terrain von Händel ("Lascia che io pianga), Rossini oder Mozart war sie wie immer "die Bartoli".
Ein bunter Abend, der so rasant abläuft, dass man atemlos und manchmal überfordert zuhört, zusieht und einfach genießt, wie es eben kommt.
Begeisterter Applaus, Blumen vom Festspielkomittee


