NEDERLANDS DANS THEATER - NDT2 Festspielhaus St. Pölten
- Silvia Matras
- vor 3 Tagen
- 1 Min. Lesezeit
"Wir sagen uns Dunkles"
Choreographie, Bühne, Kostüme: Marco Goecke.
Musik: Franz Schubert, Placebo, Loud like Love, Alfred Schnittke
Den Titel "Wir sagen uns Dunkles" hat der Choreograph Marco Goecke einem Liebesgedicht Paul Celans an Ingeborg Bachmann entnommen. Im grauen Nebel erscheint einer, er bewegt sich ungelenk, als müsste er seinen Gliedern gehen, sich drehen, tanzen beibringen. Dann erscheint aus dem Nebeldunst ein Zweiter, bald eine Gruppe. Langsam gewinnen sie Macht über ihren Körper, über jeden einzelnen Muskel. Im Leidrhythmus von Franz Schuberts Notturno testen sie ihre Fähigkeiten, verwandeln sich mit zunehmendem Tempo in Körpermaschinen. Die Emotionen scheinen in der festgeschriebenen Körpersprache eingraviert, vorprogrammiert zu sein.
"Folklá"
Choreographie und Bühne: Marcos Morau
Verschiedene Musikformen

Im ähnlich düsteren Setting schiebt sich eine dunkle, amorphe Masse aus dem Hintergrund an den Bühnenrand. Aus dem Knäuel schälen sich Menschen heraus, formieren sich zu einer Art Volkstanzgruppe. Alle in weißen Leinenhemden, Hosenträgern und Pumphosen. Sie erinnern an Volkstänzer aus Griechenland.
Es geht um Zugehörigkeit zu einer Gruppe, ein Thema, das Morau schon in seinem Werk "Romeo und Julia" stark thematisiert hat. Gemeinsamkeit des Ritualtanzes, der das Leben akzentuiert, wird gefordert, Wer aus der Gruppe ausschert, wird eingeholt, wenn nötig, mit Gewalt. Tote werden beäugt, dann beweint und im entsprechenden Ritual begraben.


