Jan Jekal: Paranoia in Hollywood. Verlag Matthes&Seitz
Untertitel: Wie die USA exilierte Künstler erst retteten und dann verfolgten .1941-1953
Von Bert Brecht bis zu den Manns. Von Vicky Baum bis William Wilder.
Ein Panorama des "deutschen Hollywood"

Dieses Buch ist mehr als eine Faktensammlung. Spannend und leicht lesbar geschrieben deckt es die Zeit von 1941-1953 ab, als Emigranten aus Deutschland und Österreich vor den Nazis nach Hollywood flohen. Sie kommen in kein Niemandsland. In Hollywood fanden sich schon vor dem Beginn des 2. Weltkrieges viele Prominente ein - Marlene Dietrich, Thomas Mann, Franz Werfel und seine Frau Alma . Nicht alle fanden sich sofort zurecht. Bert Brecht hatte große Schwierigkeiten. So arbeitete er mit Fritz Lang an einem Film, aber die beiden hatten verschiedene Ziele: Lang will fesseln, Brecht erziehen. Nach dem Streit endete bald Brechts Karriere in Hollywood.
Der "European Film Fund " konnte durch freiwillige Spenden vielen Emigranten Flucht und Aufenthalt ermöglichen.
Saska Viertel und Thomas Mann bieten den Ankommenden Hilfe und ein Zuhause. In deren Salons treffen sich die Emigranten aus ganz Europa. Thomas Mann war die moralische Instanz, er klärte in BBC-Sendungen die Menschen über die Konzentrationslager auf.
Weniger glücklich meinte es das Schicksal mit Heinrich Mann und seiner Frau Nelly. Nach einer mühevollen Flucht über die Pyränäen gelang es ihnen nicht, beruflich Fuß zu fassen. Hingegen hatte Werfel mit dem Buch und dem Film "Das Lied der Bernadette"
Aber bald drohten vielen Zensur und Verfolgung: J. Edgar Hoover bekam alle Befugnisse und machte das FBI zur Investigationsbehörde im Kampf gegen die Kommunisten. Besonders verdächtig waren die Emigranten. Die Zahl der Selbstmorde unter ihnen nahm ab diesem Zeitpunkt zu. Die Zensur wurde immer strenger, jedes Drehbuch wurde zensuriert. Wer konnte, kehrte nach Europa zurück, denn es drohte Gefängnis und Brotlosigkeit.
Jan Jekal hat akribisch recherchiert und seine Ergebnisse in übersichtliche und leicht lesbare Kapitel eingeteilt. Ein umfangreiches Namensverzeichnis macht dieses Buch zu einem wichtigen Nachschlagewerk über das Schicksal der Emigranten und der Rückkehrer.


