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Mario Petuzzi: Winterschlaf. Diogenes Verlag

Silvia Matras
vor 12 Stunden
1 Min. Lesezeit

© Gemälde von Andrey Remnev, The High Water
© Gemälde von Andrey Remnev, The High Water

Der Inhalt ist nicht leicht zu erzählen, weil das Buch keine "handfeste" Handlung hat. Ein Versuch sei gestartet:

In einem abgelegenen Gehöft in den Bergen hält "die Mutter" ihren Winterschlaf. Versorgt wird sie vom "Apo", ihrem Vater und den beiden Zwillingen ohne Namen. Wenn es Frühjahr wird, wird die Mutter "aufgeweckt" und wieder zu Kräften gebracht, denn sie soll mit ihren Träumen und Visionen Geld verdienen. Apo sorgt dafür, dass die Besucher, die bei der Mutter um Rat ansuchen, Termine bekommen und pünktlich zahlen. So weit - als Märchen oder als "poetische Erzählung" nachvollziehbar.

Doch vergeblich wartet man auf irgendeine Erklärung - ist die Frau eine Schamanin, eine Betrügerin, eine Märchenfigur?

Der Großteil des Inhaltes wird aus der Sicht der Zwillinge erzählt, bleibt im Drang nach poetischen Bildern und Metaphern hängen - und der Leser zwingt sich da durch. Am Ende wird es Herbst und der Winter droht. Apo ist gestorben, die Mutter zieht sich in ihren Winterschlaf zurück. Zuvor aber sperrt sie die Zwillinge in den Keller, versorgt sie mit Nahrung: Sollen die nun ihre "Aufgabe" übernehmen? Das bleibt offen.

Wer für Märchen oder poetische Sprachspielerein etwas über hat, dem wird das Buch gefallen. Andere - wie etwa ich - verlieren de Geduld bei soviel Bemühung, mit der Sprache möglichst interessant und mystisch zu wirken.





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