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Oper Graz: Jacques Offenbach: Hoffmanns Erzählungen. Wiederaufnahme

  • Silvia Matras
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Matthias Koziorowski als Hoffmann @ Wener Kmetitsch
Matthias Koziorowski als Hoffmann @ Wener Kmetitsch

Musikalische Leitung: Johannes Braun.

Inszenierung: 1. und 5. Akt: Tobias Ribitzki.

Olympia: Künstlerkollektiv 1927 :Paul Barritt, Esme Appleton, Jennie Dunne

Antonia: Neville Tranter.

Giulietta: Nanine Linning, choreographische Einstudierung: Ann-Kathrin Adam

Bühne: Stefan Rieckhoff

Kostüme: Silke Fischer, Irina Shaposhnikova - Giulietta


Mit dieser Sternstunde in der Operngeschichte gab der neue (nun nicht mehr so neu) Intendant Ulrich Lenz seine künstlerische Visitenkarte ab. Die Aufführung ist so erfolgreich, dass sie im Juni 2026 wieder in den Spielplan aufgenommen wurde.

Dank des frühen Beginns am Nachmittag ( Sonntag 14. Juni 2026/15h) k onnte auch das interessierte Wiener Publikum die Vorstellung genießen und am gleichen Abend beglückt heimreisen.


"Beglückt, fasziniert, gefesselt, begeistert" - so fasst die Rezensentin die Wirkung dieser Vorstellung zusammen. Da passt alles! Die einfallsreiche, sehr unterschiedliche Regie ist bis auf den Antonia - Akt ideenreich und stimmig, Johannes Braun leitet die Grazer Philharmoniker mit großer Einfühlsamkeit, und die Stimmen begeistern fast alle. Besonders fasziniert Matthias Koziorowski als Hoffmann, Schon am Begin spürt man seine Bühnenpräsenz: Er sitzt nur still am Schreibtisch, zündet eine Kerze an, sinniert und trinkt. In dieser stummen Szene vermittelt er alles, was ihn quält und innerlich zerstört. Die Künstlerseele , wie sie in der Hochromantik imaginiert wurde! Wenn er dann in der berühmten Szene im Auerbachs Keller in der Arie "Klein Zack" das erste Mal "loslegt", dann ist man von seiner Art, die Brüche und Abgründe dieses Charakters stimmlich herauszuarbeiten, tief berührt. Er verzichtet auf "Schöngesang", setzt alles auf die innere Zerrissenheit dieser armen Kreatur Klein Zack, in der er sich spiegelt. Matthias Koziorowski ist ein Tenor der schauspielerisch und stimmlich auf höhstem Niveau überzeugt.

Eine so starke Persönlichkeit braucht eine ebenso starke Partnerin - Anna Brull ist die congeniale Muse. Ihr heller Mezzosopran, ihre Bühnenpräsenz sind ebenso stark wie die Hoffmanns. Besonders berührt sie in der Arie (Antonia-Akt), in der sie Hoffmann von seinen Fakelieben warnt und ihm in einem kurzen Moment der Wahrheit ihre Liebe zu ihm aufblitzen lässt.

Nora Sourouzian ist eine zurückhaltende Giulietta, eher "Intellektuelle" als Kurtisane. Ihre Stimme wirkt mehr mütterlich als verführerisch.


Dem Intendanten sei Dank für die Idee, jeden Akt einem Regisseur/ in anzuvertrauen. So ist für Spannung gesorgt. Humorvoll der Olympiaakt: Tetiana Zhuravel lässt ihren sprühenden Sopran über Video (Gruppe 1927)auf das verwirrte Haupt Hoffmanns regnen.

Nanine Linning färbt den Giulietta-Akt in dunkles Marineblau. Aus einem geheimnsivoll leuchtenden Tor schreitet langsam der Chor auf die Bühne. Ganz in Blau gekleidet, tanzen und bewegen sie sich in einem gehimnisvollen Wellenrhythmus zur Melodie der Barcerole. Sie sind das Meer, das nach Venedig hineinflutet. In diesem märchenhaften Untergangsszenario raubt Giulietta Hoffmann das Ebenbild. Die berühmte Spiegelarie gelingt Matthias Koziorowski als ein Aufheulen der Verzweiflung über sein Versagen als Künstler. Groß und brutal, wie er diesen Moment gestalte!. Um so eindrucksvoller dananch die Stille, die an den Beginn der Erzählung zurückführt: Die Muse umfängt ihn liebevoll - sie hat ihn schützend durch die Gefahren der "Fakelieben" geleitet, jetzt ist ihre Zeit da - die Zeit der künstlerischen Inspiration!!

Ein begeistertes Publikum dankt den Akteuren mit Ovationen!

Die Bitte an den Intendanten: Lassen Sie bitte Moritz Kozlorowski nicht in die Welt ziehen, behalten Sie ihn an der Bühne Graz so lange wie möglich!


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