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Salzburger Festspiele 2026: Gioachino Rossini: "Il Viaggio a Reims"

Silvia Matras
15. Aug.
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 24. Aug.


Musikalische Leitung der "Musiciens du Prince - Monaco": Gianluca Capuano

Regie: Barrie Kosky

Bühne: Rufus Didwiszus

Kostüme: Viktoria Behr

Licht: Franck Evin

Dramaturgie: Christian Arseni

Choeur de l´Opéra de Monte-Carlo


Darf man denn das? Im Rahmen der ehrwürdigen Salzburger Festspiele einen Ausreißer ins Komische, in den Klamauk auf höchstem Niveau bieten? Man darf, ja man soll sogar - das Publikum dankt mit voller Begeisterung.

Komik und Klamauk auf diesem Niveau verlangen Präzision und nochmals Präzision, Höchstleistungen aller zusammenwirkenden Kräfte! Und genau das schuf das Team! Alllen voran natürlich Rossini mit seiner mitreißenden Musik voller witziger Zitate aus eigenen und fremden (z. B. Mozarts) Werken, dirigiert von dem temperamentvollen Gianluca Capuano, der die Musik auch manchmal humorvoll gegen den Strich bürstet!


Man möchte mittanzen - auf jeden Fall mitlachen über die einfallsreichen Kostüme (Viktoria Behr) :

Wo sah man schon so eine himmelschreind unpraktische Hutkreation - etwa die der Contessa de Folleville - ganz bezaubernd gesungen und gespielt von Mélissa Petit.


Mélissa Petit mit Hut!  ©  Monika Rittershaus
Mélissa Petit mit Hut! © Monika Rittershaus

Sie besingt diese Kopf-Bedeckung als ihren größten Schatz und dankt den Göttern. Denn ohne diesen Riesentopf auf dem Kopf wäre sie keinesfalls zum Fest nach Reims gefahren. Dass die ganze Truppe nie und nimmer nach Reims und auch nicht nach Paris gelangen wird, das ist die ganze Handlung - oder besser gesagt Nicht-Handlung der Oper! Rossini nimmt die Gesellschaft der reichen Nchtstuer in humorvoller Manier auf den Arm. Deren Lebensinn sind prächtige Kleider, tolle Feste und Liebesintrigen. Von denen gibt es zahlreiche!

Dass jede Figur mit den bestmöglichsten Stimmen besetzt ist, ist fast unnötig zu erwähnen. Selbst die kleinsten Rollen sind stimmlich und schauspielerisch exzellent.

Don Profondo (Florian Sempey) © Monika Rittershaus
Don Profondo (Florian Sempey) © Monika Rittershaus

Barrie Kosky überschlägt sich mit komischen Einfällen, mit Ausleihen aus dem Slapstick und der Commedia dell`Arte. Wenn etwa Don Profondo ( großartig : Florian Sempey) um die begehrte Corinna (Cecilia Bartoli) in einem aufreizenden Sexy-Kostüm wie ein wild gewordener Faun wirbt. Oder Marchesa Melibea (Marina Viotti) ihren Liebhaber Conte Libenkof (Dmitry Korchak) wie eine griechische Rachegöttin mit dem Messer bedroht. Man muss sie alle lieben, diese schrägen Vögel, diese Selbstverliebten und Eitlen, die sehr viel Ähnlichkeiten mit uns haben.


Ein hocherfreutes Publikum dankte für diese gelungene Inszenierung mit lautem Beifall und standing ovation!

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