Melissa Müller: Mit dir steht die Welt nicht still
- Silvia Matras
- vor 2 Tagen
- 1 Min. Lesezeit
Untertitel: Eine Liebe nach dem Holocaust

Mit den Briefen von Nannette (Nanne) Blitz und John F. Konig, ausgewählt und ins Deutsche übertragen von Melissa Müller.
Melissa Müller tritt als Autorin bescheiden in den Hintergrund und lässt die beiden Protagonisten live in deren Briefen sprechen:
In der schwierigen Zeit nach dem Holocaust und nach Ende des 2. Weltkrieges begegnen einander bei einer Party in London John Konig und Nannette Blitz. Er hat schon das Ticket nach Brasilien in der Tasche, sie ist noch von dem Verlust ihrer Familie im Holocaust verstört. Doch die beiden verstehen sich gut, von seiner Seite, so betonte er immer wieder, war es Liebe auf den ersten Blick. Von ihrer Seite das Gefühl einer gewissen Vertrautheit. Als er abreist, beschließen sie einander zu schreiben. Diese Briefe hat Melisse Müller übersetzt und die Auswahl zu einem Lebensbild der beiden geformt.
Seine Briefe sind voller Optimismus. Immer wieder betont er seine Liebe zu ihr, hofft, dass sie sich entscheiden wird, ihr Leben mit ihm zu verbringen. Sie zögert, weil sie das Schicksal ihrer im Holocaust umgekommenen Familie noch nicht verarbeitet hat. In Rückblicken schiebt die Autorin Berichte über die Zeit von 1942 bis 1952/53 ein, was den Leser dazu zwingt, immer wieder sich zeitlich und inhaltlich neu zu orientierem, um den Erzählstrang zusammenzusetzen..
Im Mittelteil belegen zahlreiche Fotos, dass John und Nanette in Brasilien eine große Familie gründeten. Er gab ihr in Zeiten, wenn die Erinnerung an den Verlust ihrer Familie sie demprimierte, Halt und Trost.
Ein Buch, das als beeindruckendes Zeitdokument gelten kann.


