Peter Turrini: "Was für ein schönes Ende" Theater in der Josefstadt
- Silvia Matras
- vor 4 Stunden
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Regie: Janusz Kica. Bühnenbild und Kostüme: Karin Fritz
Das Leben dieses Da Ponte war wahrlich eine Tragikkomödie. Ähnlich wie Casanova musste er Höhen und abgrundtiefe Tiefen (einige Male im Gefängnis) erleben. Die Höhen erlebte er am Wiener Hof unter Kaiser Josph II., der ihn sehr schätzte. In Wien schrieb er den Text zu "Don Giovanni" und musste trotz seines anerkannten gesellschaftlichen Status erleben, dass sein Name als Librettist nie auf den Plakaten genannt wurde. Sein Schuldenberg trieb ihn nach New York, wo er glücklos als Opernimpresario scheiterte. Als Branntweinerzeuger war er ebenso erfolglos. Er zog weiter nach Santa Fe, wo er im Opernhaus sein Unwesen trieb. Diese letzte Geschichte veranlasste Turrini zu der Komödie. "Da Ponte in Santa Fe" , inszeniert von Claus Peymann für die Salzburger Festspiele 2006.
Nun also gibt es eine gekürzte und leicht geänderte Fassung davon mit dem eindeutigen Titel ".Was für ein schönes Ende". Eindeutig, weil es auf das Ende der Intendanz Herbert Föttingers am Theater der Josefstadt hinweist. Dass Herbert Föttinger Da Ponte spielt, ist selbsterklärnd. Im Stück kann er mehr oder weniger diskret auf so manche Probleme hinweisen:" Die Denunzianten, die mich ein Leben lang verfolgt haben, erreichen mich nicht mehr" oder : "Es gibt keine Kunst ohne Niederlagen". Das Publikum versteht die Anspielungen und belohnen am Ende den Direktor und Schauspieler Herbert Föttinger mit viel Applaus, Bravorufen und standing ovations.
Dass der Applaus einzig und allein ihm (und ein wenig auch der unfreiwillig scheidenden Doyenne Marianne Nentwich) gilt, ist allen klar.
Denn das Stück selbst hätte es nicht verdient: Etwas skizzenhaft wirken die einzelnen Figuren. Auch Da Ponte selbst fehlt der gewisse Glanz aus den Zeiten von Wien, ein Glanz, von dem er zwar vor dem Vorhang monologisiert, aber im Stück selbst fehlt. Gut, das Schicksal und Turrini haben ja ein Scheitern auf allen Linien zugeschrieben, aber Da Ponte-Figur sollte ja auch etwas von dem Glanz des Intendanten Föttinger ausstrahlen. Das passiert nicht: Er spielt den alten, hilflosen Mann und braucht die Hilfe eines starken Mannes aus dem Publikum, um vom Parterre auf die Bühne zu klettern. Man sieht einen Mann, der schicksalsergeben sich ins Gefängnis führen ließe,, würde ihn nicht seine Ehefrau (Maria Köstlinger) als dea ex machina retten. Wie rechtfertigt sich der Titel? - Eine alte Diva (Marianne Nentwich) tritt auf und sieht ein Don Giovanni-Plakat, auf dem auch Da Pontes Namen aufscheint. Und so meint sie, sei am Ende doch alles gut. Es klingt nach Ironie.
Das Stück ist und bleibt eine dünne Suppe, aus der auch die besten Schauspieler kein haut cuisine Gericht machen können.


