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Salzburger Festspiele 2026: INGEBORG BACHMANN. WER?

  • Silvia Matras
  • vor 10 Minuten
  • 1 Min. Lesezeit
Das Ensemble. © Monika Rittershaus
Das Ensemble. © Monika Rittershaus

Der Titel hat seine Berechtigung: Denn Genaues weiß man nicht über Bachmann. Allerdings am Ende des Abends auch nicht.

Wer das Glück hatte, einen guten Deutschunterricht in der Schule zu genießen, der hat vielleicht das eine oder andere Gedicht vorgesetzt bekommen. Wie "Böhmen liegt am Meer" oder "Die gestundete Zeit". Mancher wird noch die spannende und sehr erhellende Lesung aus dem Briefwechsel "Ingeborg Bachmann und Max Frisch" bei den Salzburger Festspielen 2023 in Erinnerung haben. Lina Beckmann lieh der Dichterin ihre Stimme und Charly Hübner war die Stimme von Max Frisch. Spannend, wie sehr sich das Bild einer schwierigen, sehr empfindsamen und sehr eifersüchtigen Frau entwickelte. So manch einer hat in Auszügen den Briefwechsel zwischen Bachmann und Celan auf Ö1 gehört, vielleicht zwei-dreimal den Roman "Malina" begonnen und wieder weggelegt.


Mehr Allgemeinwissen hatte vielleicht der eine oder andere im Publikum, aber die meisten kamen wohl, um auf die Frage "Bachmann.Wer?" einige Antworten zu bekommen. Aber da kam nichts. Fünf Frauen lasen aus diversen Texten meist mit unverständlichem Flüsterpathos. Die Rolle von Christoph Luser blieb überhaupt im Unklaren. Am Ende des Abends hebt er den Telefonhörer ab, sagt was von einer falschen Nummer und nennt seinen Namen: Malina. Aha, war der Abend rund um den Roman Malina gestaltet???

Sicher nicht, denn wer ganz angestrengt zuhörte, konnte etwas von der "braunen Vergangenheit" vernehmen, von einer Vaterfigur, dann hin und wieder Wortfetzen aus bekannten Gedichten (siehe oben). Alles sehr anstrengend.Bewusst konzeptlos? Die fehlende Dramaturgie machte den Abend zunichte.

 
 
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