Salzburger Festspiele 2026: INGEBORG BACHMANN. WER?
Aktualisiert: 14. Aug.

Der Titel hat seine Berechtigung: Denn Genaues weiß man nicht über Ingeborg Bachmann. Allerdings am Ende des Abends auch nicht.
Wer das Glück hatte, einen guten Deutschunterricht in der Schule zu genießen, der hat vielleicht das eine oder andere Gedicht vorgesetzt bekommen. Wie "Böhmen liegt am Meer" oder "Die gestundete Zeit". Mancher wird noch die spannende und sehr erhellende Lesung aus dem Briefwechsel "Ingeborg Bachmann und Max Frisch" bei den Salzburger Festspielen 2023 in Erinnerung haben. Lina Beckmann lieh der Dichterin ihre Stimme und Charly Hübner war die Stimme von Max Frisch. Spannend, wie sehr sich das Bild einer schwierigen, sehr empfindsamen und sehr eifersüchtigen Frau entwickelte. So manch einer hat in Auszügen den Briefwechsel zwischen Bachmann und Celan auf Ö1 gehört, vielleicht zwei-dreimal den Roman "Malina" begonnen und wieder weggelegt.
Mehr Allgemeinwissen hatte vielleicht der eine oder andere im Publikum, aber die meisten kamen wohl, um auf die Frage "Bachmann.Wer?" einige Antworten zu bekommen. Fünf Frauen lasen aus diversen Texten. Wer das Pech hatte, ganz außen links im Parkett zu sitzen, der verstand überhaupt nur Bruchstücke der gelesenen Texte, die meist mit unverständlichem Flüsterpathos vorgetragen wurden.vDie Rolle von Christoph Luser blieb im Unklaren. Zunächst mimte er einen verzweifelten Interviewer. Am Ende des Abends hob er den Telefonhörer ab, sagte was von einer falschen Nummer und nannte seinen Namen: Malina. Aha, war der Abend rund um den Roman Malina gestaltet???
Wahrscheinlich nicht, denn wer ganz angestrengt zuhörte, konnte etwas von der "braunen Vergangenheit" vernehmen, von einer Vaterfigur, dann hin und wieder Wortfetzen aus bekannten Gedichten (siehe oben). Alles sehr anstrengend.Bewusst konzeptlos? Jedenfalls bekam man keine Antwort auf die Frage "Ingeborg Bachmann. Wer?"


