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Wiener Staatsballett: "Living Legacies" (Lebendiges Erbe)

Silvia Matras
20. Sept.
2 Min. Lesezeit

Orchester der Wiener Staatsoper. Musikalische Leitung: David Coleman. Drei zukunftsprägende Choreografien


divertimento nr.15


Choreografie George Balanchine © The George Balanchine Trust

 Th. B. Alexander, Olga Esina © Ashley Taylor.
Th. B. Alexander, Olga Esina © Ashley Taylor.

Musik: Mozart: Divertimento Nr. 15 B -Dur KV 287

Kostüme: Karinska

Lichteinstudierung: Robert Eisenstein

Einstudierung: Sandra Jennings


In weiß-blauen Tutus schwebt in geregelter Formation zum heiteren Divertimento Mozarts das Corps de Ballet über die frühlingshaft ausgeleuchtete Bühne . Als Auftakt des Abends präsentiert sich das Ballett von der ganz klassischen Steite: Sprünge, Pirouetten, kaum Neues. Balanchine erweist der Klassik die Referenz. Es dürfen Massayu Kimoto und Thema Benjamin Alexander glänzen, Olga Esina ist zart und elegant, Davide Dato beeindruckt durch seine Sprungkraft. Balanchine wie immer.


within the golden hour

Choreografie Christopher Wheeldon





Elena Bottaro, Kentaro Mitsumori ©Ashley Taylor
Elena Bottaro, Kentaro Mitsumori ©Ashley Taylor


Musik: Ezio Bosso

Kostüme: Jasper Conrad

Licht: Peter Mumford

Einstudierung: Jason Fowler


Der Bühnenhintergrund changiert von Dunkelblau zu Rot. Die Musik von Ezio Bosso ist aufregend minimalistisch mit Geigensoli (Rainer Honeck) und die Choreografie faszinierend. Wenn die Figuren in zarten goldbehauchten Kostümen aus dem Dunkel in den Bühnenvordergrund schweben, dann meint man, sie seien einem der Bilder Gustav Klimts aus der "Goldenen Periode" entsprungen. Tatsächlich hat sich Wheeldon bei der Arbeit an dieser Choreografie von diesen Bildern beeinflussen lassen. Auch die Bewegungstruktur gleicht dem schwebenden . sinnlichen Charakter mancher Klimtfiguren. Spannung baut sich auf, wenn die Tänzer und Tänzerinnen in Gruppen zusammenfließen und je nach Musik auseinandertriften. Die dafür nötige Präzision gepaart mit emotionaler Leichtigkeit ist beeindruckend!

Die Pas de deux wirken wie aus einer anderen Welt - manchmal humorvoll und voller Witz, dann wieder hoch artifiziell, fast wie aus einem japanischen Tanzstück entnommen.

Man ist gefesselt von der Musik, den Tänzern, der zauberischen Lichtführung.



rhapsody


Choreografie: Frederick Ashton




Cassandra Trenary, Antonio Casalinho © Ashley Taylor
Cassandra Trenary, Antonio Casalinho © Ashley Taylor

Musik: Rhapsodie über ein Thema von Paganini und Sergei Rachmaninow

Kostüme rekonstruiert von Natalia Stewart

Licht: Peter Teigen

Einstudierung Helen Crowford. Amanda Eyles


Ist eine Steigerung noch möglich? Schon, denn dieses abstrakte Ballett erzählt ein Märchen. Das Märchen eines Tanz-Prinzen, der seine Tanz-Prinzessin sucht und findet.

Spannung baut sich schon von Beginn an auf. In einem "Palastgarten" tanzen schöne junge Menschen. Sie scheinen auf jemand zu warten. Ein strahlender Jüngling erscheint im Bühnenhintergrund, geht langsam an die Rampe und tanzt seine "Vistienkarte": ein Solo an Sprüngen und Drehungen, dass dem Zuseher der Atem wegbleibt. Es ist Antonio Casalinho in der Rolle, die einst Michael Barischnikow berühmt machte. Ballettfans kennen Casalinho als Herzog Albrecht in "Giselle".Und wenn Casalinho nicht ohnehin schon ein Star am (Wiener) Balletthimmel ist, dann wird er es in dieser Rolle! Das Märchen erzählt sich weiter: SIE (Cassandra Trenary) ist seine ebenbürtige Partnerin. Unter dem tobenden Kläng en des Klaviers (Yoko Kikuchi) entfalten die beiden ein Feuerwerk an Tanzkunst.

Das Publikum tobte am Ende, wie selten nach einem Ballett. Der Beifall gilt dem ganzen Corps, dem Dirigenten, der mit Feingefühl das Orchester und die Tänzer und Tänzerinnen durch diesen wunderbaren Abend führte, der Pianistin Yoko Kikuchi und vor allem dem strahlenden jungen Paar Cassandra Trenary und Antonio Casalinho.








 
 
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