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Susanne Schanda, Möwen über der Scala dei Giganti. (edition "Bücherlese")

Silvia Matras
vor 18 Stunden
2 Min. Lesezeit

Susanna Schanda behandelt in dieser Erzählung ein brisantes, immer aktuelles Thema : Auf nur 167 Seiten breitet sie das politische Panorama In Triest von 1920 bis in die Gegenwart aus:

Triest wurde nach dem 1. Weltkrieg Italien zugesprochen. In der Stadt lebten bis zum Ausbruch des Krieges Italiener, Slowenen, Österreicher, Kroaten friedlich miteinander. Doch ab Kriegsende war es mit dem Frieden vorbei: Faschisten terrorisierten die Stadt, plünderten slowenische Geschäfte und zündeten 1920 das slowenische Kulturzentrum Narodni Dom an. Viele slowenische Familien verließen Triest.

100 Jahre später wird eine Gedenkfeier zur Wiederöffnung dieses Kulturzentrum geplant.

Zwischen diesen beiden Ereignissen pendelt die Erzählung hin und her. Zunächst erzählt Susannen Schanda die Geschichte der jungen Bibliothekarin Rozalija. Sie arbeitet im Narodni Dom und fühlt sich in dem multikulturellen Umfeld wohl und sicher. Als die ersten Schwarzhemden durch Triest ziehen, meinen alle, diese seien nur "dumme Buben". Doch der Terror eskaliert, Rozalija kann aus dem brennenden Narodni Dom fliehen. Aber ihr Verlobter ist wahrschienlich dabei umgekommen. Sie zieht mit ihren Eltern weg aus Triest.

100 Jahre später bereitet der Slowene Goran die Gedenkfeier zur Wiedereroffnung vor. Als Mitarbeiterin stellt er Malfada, eine junge Lehrerin mit italienisch-österreichischen Wurzeln, ein. Doch es gibt ein Hindernis: Ihr Urgrovater war Faschist und hatte zahlreiche slowenische Familien denunziert. Wie sich das alles zum Guten wendet, davon handelt der 2. Teil der Erzählung.

Leider verwendet die Autorin die in der Gegenwartsliteratur beliebten Zeitensprünge. Da tut den Figuren und dem Lesefluss nicht gut. Denn kaum hat sich der Leser mit einer Figur ein wenig vertraut gemacht, muss er sich umstellen. Was auch zur Folge hat, dass manche Figuren nur skizziert werden. Auch verzettelt sich Susanna gerne in Wegbeschreibungen, wie ein Figur von A nach B gelangt, und beschreibt gerne allzu banale Vorgänge - Kaffe kochen, Sessel rücken, Türen schließen. Es täte der

Erzählung gut, wenn sie statt dessen mehr auf die Nebenfiguren einginge und ihnen mehr "Fleisch auf die Knochen" schriebe.

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