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Arthur Miller: Hexenjagd. Theater Scala

Silvia Matras
vor 10 Stunden
2 Min. Lesezeit

Inszenierung und Bühne: Sam Madwar

Kostüm: Anna Pollack



Das Ensemble © Bettina Frenzel
Das Ensemble © Bettina Frenzel

Arthur Miller griff für dieses Stück auf tatsächliche Ereignisse, die Hexenprozesse von Salem im 17. Jahrhundert, zurück. Nach den strengen Gesetzen der dort lebenden Puritaner war jegliches Vergnügen wie Tanzen oder Bücherlesen verboten und wurde mit Auspeitschen und Gefängnis bestraft.

Mädchen werden im Wald ertappt, als sie exzentrische Tänze aufführen. Um nicht bestraft zu werden, geben sie vor, verhext worden zu sein, und beschuldigen unzählige unbescholtene Bürgerinnen der Hexerei. Die Kirche unterstützt das Verfahren, und in der Folge werden an die 300 Menschen verhaftet, gefoltert und viele mit dem Tode bestraft.

Die Parallelen zu der damaligen amerikanischen Gegenwart - Mitte der 50er bis Ende der 60er Jahre - war klar: Damals wurden Filmleute, Musiker, Schriftsteller - kurz alle Emigranten, die aus Europa vor Hitler geflohen waren - verdächtigt, der kommunistischen Partei anzugehören. Was zur Folge hatte, dass viele nun aus dem Land, das sie einmal gastfreundlich aufgenommen hatte, wieder fliehen mussten.

Auch für unsere Zeit ist das Stück aktueller denn je. In den sozialen Medien ist es Usus, Menschen zu beschimpfen und zu verunglimpfen. Machthaber in vielen Ländern der Welt lassen Querdenker in Gefängnissen verschwinden.

Sam Madwar entschied sich, dieses Stück ungeschminkt und ohne die heute so üblichen "Regieumdeutungen" auf die Bühne zu bringen. Aus dem Theater mit Guckkastenbühne und Zuschauerraum wird eine Arena, wo sich das Geschehen direkt und unmittelbar vor den Augen aller abspielt. Was die Intensität des Spiels sehr wirksam verstärkt.

Angeführt von Abigail Williams (sehr überzeugend: Fanny Fuhs) beschuldigen die beim Tanz ertappten Mädchen ihre Mitbürgerinnen der Hexerei. Unterstützt von dem Wendehals Pastor Parris (kalt und gefährlich: Hans-Jürgen Bertram) schaltet sich bald auch der allseits geachtete Pastor Hale ein (zwielichtig, wechselfreudig: Christoph Prückner), der die Beschuldigten zu einem Geständnis ihrer "Sünden" überreden will, um sie vor der Todesstrafe zu retten.

Als auch das Ehepaar Proctor ins Gefängnis kommt, spitzt sich die Situation zu: Ehefrau Elizabeth (großartig Anna Sophie Krenn) soll ihren Mann ( stark und überzeugend: András Sosko) dazu überreden, seine Schuld öffentlich zu bekennen. Als er das schon unterschriebene Geständnis zerreißt, weiß er, dass er in den Tod geht. Der stille Abschied voneinander gehört zu den stärksten Momenten des Abends.

Ein großartiges Ensemble, das bis in die kleinsten Rollen bestens besetzt ist, eine Regie, die sich dem Text unterordnet, ein schlichtes Bühnenbild und Kostüme, die in die Zeit passen, machen den Abend zu einem starken Erlebnis.


Alle Infos unter: www.theaterzumfuerchten.at



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