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Bachtyar Ali, Der letzte Granatapfel. Unionsverlag

  • Silvia Matras
  • 25. Aug. 2016
  • 1 Min. Lesezeit

Aus dem Kurdischen übersetzt von Ute Cantera-Lang und Rawezh Salim.Der Autor gilt als der bedeutendste kurdische Schriftsteller. Dieser Roman ist der erste, der auf Deutsch übersetzt wurde. Eine Art Sheherezade-Erzählung, in der ein Erzählkreis in den anderen übergeht, sich überschneidet, auseinandertrifft und irgendwie wieder zusammenfindet. Diese Art des Erzählens erinnert stark an orientalische Märchen. Ausufernd in den Beschriebungen, sich bewusst wiederholend. Die Wiederholung ist ein deutliches Erzählprinzip: Der Icherzähler Muzafari Subhdam erzählt seine Lebensgeschichte auf dem Boot, das ihn und die Flüchtlinge nach Europa bringen soll: 21 Jahre lang war er in der Wüste gefangen gehalten worden, dann von einem Mächtigen befreit und in ein Schloss im Wald gebracht. Von dort aber macht er sich auf, seinen Sohn Saryasi zu suchen. Ziemlich verwirrend stellt sich heraus, dass es drei Saryasi gibt. Ob alle drei seine Söhne sind oder keiner, wird nicht klar. Wie vieles sehr wirr ist und man als Leser bald die Geduld verliert und quer zu lesen beginnt. Am Ende steht fest: In all den Wirren des Krieges in einem Land unter einem Diktator, unter Bürgerkrieg und Revolutionen ist ein Saryasi tot, einer im Gefängnis und einer in England. Um ihn zu finden, macht sich der Icherzähler auf. Das Ende bleibt offen.

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