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"Chocolat" mit Ann Kathrin Kramer, Harald Krassnitzer.

  • Silvia Matras
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Ann-Kathrin Kramer und die Musikgruppe "Les manouches du Tannes"© www.sagas.de
Ann-Kathrin Kramer und die Musikgruppe "Les manouches du Tannes"© www.sagas.de

Musik: "Les Manouches du Tannes": Akkordeon: Valentin Butt, Geiger: Roland Sutterwithe. Gitarre: Yasir Hamdan: Gitarre und Matthew Adomeit:Kontrabass


Regie und Textbearbeitung: Martin Mühleis



 Vianne  (A.K. Kramer) und Monsieur Renaud (H. Krassnitzer)© Stefan Nimmesgern
Vianne (A.K. Kramer) und Monsieur Renaud (H. Krassnitzer)© Stefan Nimmesgern

Vianne: Ann Kathrin Kramer

Monsieur Reynaud: Harald Kramer


Mit dem klugen Textextrakt aus dem gleichnamigen Film, einer sensiblen Regie (beides:Martin Mühleis), dem erzkomödiantischen Schauspiel der beiden Protagonisten, der atmospärisch passenden Musik und zwei rasch verschiebbaren Bühnenbildern, die die Pattiserie und den Blicke auf einen französischen Dorfplatz imaginieren, entstand ein Theaterhit der Sonderklasse - eine gekonnte Mischung aus Lesung, Theater und Musik. Vor allem paart sich große Schausspielkunst mit Komik und durchaus auch ernstem, nachdenklich machendem Text. Doch darüber später.


Man hat kein Mitleid mit dem bigotten Pfarrer Reynaud, der sich über die kecke und ,wie er durchaus bemerkt, hübsche Vianne täglich bei seinem bettlägrigen Vater beklagt. Vianne und ihr Schokoladenlädchen ist die pure Verführung, der die Bewohner des Dorfes mehr und mehr erliegen. Mit Charme und köstlicher Schokolade versucht Vianne diesen Sturkopf von einem Pfarrer einzukochen. Doch zunächst erfolglos. Der Ärger über diese impertinent hübsche und charismatische Person steigt Reynaud nicht nur ins Hirn, sondern auch in die Seele und in sein Hosentürl. Widerwillig muss er dort drinnen Erregungen feststellen. Und zu seiner Schande muss er sich eingestehen, dass er all diese Törtchen und Pralinen auf einmal verschlingen möchte! In dieser Szene exponiert sich Harald Krassnitzer mit exzentrischer Komik als gieriger, vor Lust triefender Lüstling - zum allgemeinen Gaudium des Publikums! Wie schon erwähnt, birgt dieser kluge Text auch Verschränkungen mit durchaus ernsten Themen. Wenn etwa die Vagabunden mit ihren Booten am Flussufer landen und von den Dorfbewohnern, allen voran von Reynaud. als "Ratten" beschimpft und aufgefordert werden, sofort zu verschwinden. Nur Vienne und eine alte Dame, die sich als Außenseiterin in dieser verzopften und bigotten Gemeinde fühlt, freuen sich ehrlich und heißen die Leute herzlich willkommen. Der Hass der Dörfler geht so weit, dass ein Boot angezündet wird.

Als Ende der Fastenzeit und Höhepunkt der Feierlichkeiten gilt der Ostersonntag.Da möchte Reynaud seiner Herde das von Vienne geplante Fest gründlich ausreden. Besonders die allzu verführerische Osterauslage mit all den Köstlichlkeiten ist ein Affront, den er nicht dulden kann. Er bricht am frühen Morgen ein, zerstört die Auslage und bricht mitten in dem von ihm verursachten Chaos zusammen. Statt sich zu empören, tröstet Vianne den Schluchzenden, nimmt ihn in die Arme - bis, ja bis der nicht anders kann als diese be- und verzaubernde Frau zu küssen. Leise verklingt die Musik, die diesem Abend einen wunderbaren musikalischen Rahmen gab - mal Klezmer, mal Mistinguette, mal Swing, immer im Ton stimmig mit der Szene, nie sich wichtig in den Vordergrund spielend. Ein Abend, an dem alles passte!

Tosender Applaus! Jubel über die beiden Protagonisten.





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