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Ewald Arenz, Zwei Leben. Dumont Verlag

  • Silvia Matras
  • vor 2 Tagen
  • 1 Min. Lesezeit
 Umschlagabbildung: Lübbeke Naumann Thoben. Abbildung: Apple Blossoms by Charles Francois - Daubigny 1873 © Fine Art/ Alamy Stock Foto
Umschlagabbildung: Lübbeke Naumann Thoben. Abbildung: Apple Blossoms by Charles Francois - Daubigny 1873 © Fine Art/ Alamy Stock Foto


Es dauert eine Weile, bis die Personen in den Roman eintreten und dort zu leben beginnen. Denn Ewald Arens ist ein Autor, der uns genau wissen lassen will, wohin er seine Proagonisten schickt. Diesmal geht es in das Dorf Salach unweit von München. Das Dorf scheint in den 50er Jahren oder noch früher die Uhr abgestellt zu haben. Es gibt zwar schon Mähdrescher und Melkmaschinen, aber die Welt ist draußen vor geblieben. Die Arbeit ist hart, die Gesichter der Bauern ebenso.

Dorthin kehrt die 17jährige Roberta nach ihrer Schneiderlehre in München zurück. Sie arbeitet gerne, kennt sich aus am Hof ihrer Eltern, die sie als Arbeitskraft dringend brauchen. Geredet wird nicht viel, Gefühle sind was für die Reichen.

Roberta verliebt sich in den klugen und sensiblen Pfarrerssohn Wilhelm. Es wird eine tief empfundene Liebe, die auf die Probe gestellt wird, als sich die Frage auftut: Bleiben im Dorf oder gehen....

Ewald Arenz ist ein bedächtiger Autor. Landschaften, Jahreszeiten, Arbeitsrhythmus werden genau beschrieben - nicht langweilig aufzählend, sondern im engen Bezug zu den Personen,

Den Charakteren weiß er genaue, haarscharfe Züge zu verleihen - alle Figuren sind durchgezeichnet und in ihren Entscheidungen klar. Den Spannungsbogen von Seite zu Seite aufzubauen, das gelingt ihm ausgezeichnet..

Ein Roman, der mit scheinbarer Leichtigkeit beginnt und von Seite zu Seite dichter wird.


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