Frieda Hughes: George und ich, Eisele Verlag
- Silvia Matras
- vor 2 Tagen
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Aus dem Englischen von Niklas Wagner. Illustrationen der Autorin

Frieda Hughes ist Schriftstellerin, Malerin und umtriebige Gärtnerin. Ihre innere Unruhe lässt sie von einem Ort zum nächsten ziehen, bis sie in Wales das Traumhaus gefunden hat. Allerdings sind Haus und Garten sehr renovierungsbedürftig. Sie schuftet den lieben langen Tag, selten nur hilft ihr dabei ihr "Ex-Mann". Sie nennt ihn so, weil sie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Buches bereits von ihm geschieden ist.
Eines Tages rettet sie nach einem Sturm ein Elsterküken. Von den Eltern keine Spur. Also nimmt sie das zerzauste und leicht verletzte Vögelchen ins Haus, pflegt es gesund. Sie staunt jeden Tag mehr, wie klug, frech und vorwitzig sich dieser "George", wie sie ihn nennt, entwickelt. Er versteckt Dinge an den unmöglichsten Stellen, rupft Fäden aus Diwan und verkackt auch Küche und Wohnraum. wo er frei umherfliegen darf. Zwischen dem Vogel und ihr entsteht eine innige Beziehung, sie nennt es Freundschaft. -All das nicht zum Vergnügen des Ex-Mannes und so mancher Nachbarn. Denn George erkundet bald die nähere Umgebung, setzt sich gerne auf die Menschenköpfe, was nicht von allen goutiert wird. Die Autorin beginnt eine riesige Volière zu bauen und denkt daran, ihren Freund darin einzusperren. Doch der kluge Vogel fliegt rechtzeitig für immer davon.
Die Trauer über diesen Verlust ist groß. Doch sie hat gelernt, loszulassen.
Im Tagebuch erzählt die Autorin minütiös die Entwicklung des Vogels. Ihre Beobachtungen wiederholen sich allerdings über Seiten, was dem Leser einige Geduld abverlangt. Für Vogel- und Tierliebhaber ist das Buch jedenfalls eine Fundgrube an ornithologischen Entdeckungen.


