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George Balanchine: "jewels". Wiener Staatsballett

  • Silvia Matras
  • vor 11 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Choreografie: George Balanchine, Bühne: Peter Harvey, Kostüme: Karinska. Musikalische Leitung: Paul Connelly


Es ist wahrer Seelenbalsam, die "jewels" wieder zu sehen Vor allem nach drei Handlungsballetten "Giselle", "Kallirhoe" und "Maria Antoinette", von denen letzteres mit einigen Peinlichkeiten aufwartete, wuchs das Verlangen nach Ballett pur. Und purer geht es nicht wahrlich nicht. George Balanchine frönte in dieser Choreografie seiner Lust, Klassik mit einem Touch von Neuheit zu feiern..

Manuel Legris hatte "jewels" 2019 ins Programm ge nommen, danach wurde es immer wieder aufgeführt. Die neue Ballettdirektorin Alessandra Ferri folgte dieser Tradition und präsentierte viele "Ballettneulinge", wie Victor Caixeta, Laura Fernandez Gromaova und andere mehr.


emeralds

Musik: Gabriel Fauré


Olga Esina und Victor Caixeta © Ashley Taylor/Wiener Staatsballett
Olga Esina und Victor Caixeta © Ashley Taylor/Wiener Staatsballett

Die Bühne gleicht einem smaragdgrünen Blätterwald, zarte Glitzersteinchen hängen wie Tautropfen an den Blatträndern (Bühne Peter Harvey). Die tiefgrünen Oberteile der Tänzer undTänzerinnen sind reich mit Steinen bestickt (Kostüme Karinska). Zur Musik von Gabriel Fauré zaubern das Corps de ballet und die Solistinnen und Solisten ein romantisches Bild, das einem Trancetanz gleicht. Vor allem wenn Olga Esina in ihrer unnachahmlichen Eleganz das längste Solo des Abends tanzt. Sie versinkt in der Musik, ihre weichen Bewegungen der Hände und Arme erzählen einen Traum, eine Wiederkehr aller Erinnerungen an Leben. So feiert sie den Tod Mélisandes als neues Leben. Faszinierend.! Victor Caixeta ist ihr congenialer Partner im Pas de deux.


rubies

Musik: Igor Strawinski: "Capriccio" für Klavier und Orchester



Das Ensemble, © Ashley Taylor/Wiener Staatsballett
Das Ensemble, © Ashley Taylor/Wiener Staatsballett

Die mit schwarzem Samt ausgekleidete Bühne wird von roten Leuchtstangen druchbrochen. In rubinroten Kurzröckchen wippen, steppen und drehen sich die Tänzer und Tänzerinnen wie erotisch aufgeladene Holzfiguren, die von unsichtbarer Hand gelenkt werden. Die Bewegungssprache erinnert an das "Triadische Ballett" (1922) Oskar Schlemmers. Margarita Fernandes und Antonio Casalinho unterlegen die rasante Musik Strawinskis (am Klavier: sehr schmissig Anna Malikova) mit feinem Humor. Milda Luckute mimt die gestrenge Herrin über das Corps de ballet.


diamonds

Musik: Aus der Symphonie Nr.3 von Piotr I. Tschaikowski



Laura Fernandez Gromova und Allesandro Frola ©Ashley Taylor/ Wiener Staatsballett
Laura Fernandez Gromova und Allesandro Frola ©Ashley Taylor/ Wiener Staatsballett

Auf der eisblauen Bühne bewegen sich die Tänzer strikt nach dem klassischen Ballett à la Russe. In den mit stahlenden Glassteinen bestickten weißen Kostümen fühlt man sich an "Schwanensee" erinnert. Alles wird geboten, was klassische Ballett so anzubieten hat: Pirouetten, Jetés und mehr. Allessandro Fiola, der vom Hamburger Ballett nach Wien übersiedelte, bot den Fans all das und mehr an. Sein Pas de deux mit Laura Fernandez Gromava ist sicherlich der Höhepunkt der "diamonds". Alles perfekt, kalkuliert, fehlerlos. Das Corps de ballet ebenso perfekt. Alles ein wenig steril. Emotionen kommen keine rüber.


Nicht unerwähnt b.eiben soll das einfühlsame Dirigat von Paul Connelly. Er ist ja ein erfahrener "Hase" , wenn es darum geht, Ballettmusilk zu dirigieren: Mit den Tänzern mitatmen, Tempo und Pausen nach ihnen richten und doch immer "in der Musk bleiben".


Verdienter, langer Applaus für alle!!




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