Grafenegg: Fiesta Espanola
- Silvia Matras
- 12. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Tonkünstler-Orchester Niederösterreich
Pablo Sainz-Vellegas Gitarre
Fabian Panisello Dirigent
Ein Abend, wie bestellt - die Sonne bestrahlt die Gäste mit sanfter Wärme. Die Stimmung ist sommerlich, aber nicht hitzig, die angesagte Hiztewelle ist ausgeblieben. Am Horizont nur harmlose Wolken. Also alles bestens für eine richtige "Fiesta Espanola"!
SILVESTRE REVUELTAS (1899-1940): "Sensemaya" für Orchester (1937/38)
Der in Mexiko geborene Silvestre Revueltas war ein Kämpfer für die Freiheit der Menschen und er "Neuen Musik". Er kämpfte in Spanien auf der Seite der Repbulikaner gegen Franko. Nach dessen Sieg kehrte er nach Mexiko zurück, wo er sich unermüdlich für die neue Musik einsetzte. In seinen Kompositionen lässt er das Leben Mexikos im Alltag, der eingesponnen war in Mythen und alte Rituale, erleben.. Gerne verwob er auch Elemente der schwarzafrikanischen Kultur hinein, wie eben in das Stück "Sensemaya", was so viel bedeutet: Ein Lied, das eine Schlange tötet. Die Macht der Musik war und ist in den Ländern mit schwarzafrikanischem Einfluss ja immanent.
Gefährlich klingen Im Adagio die Klarinette und die Perkussionsinstrumente, man meint, es krieche eine Riesenboa über den Boden. Die Klänge erinnern an das Herannahen einer Dampflok, die nicht gebremst werden kann. Die Musik wird schneller und schriller . Am Ende Schläge, die den Tod der Schange verkünden. Eine spannende Art von "Programmmusik", feinnervig und intensiv von Fabian Panisello dirigiert.
JOAQUIN RODRIGO (1901-1999)
"Concerto de Aranjuez" für Gitarre und Orchester (1939)
Dem Gitarristen Pablo Sainz-Villegas sagt man nach, dass er die "Seele der Gitarre" durch sein Spiel hervolocke. Davon konnte man sich an diesem Abend ausgiebig überzeugen: Im "Allegro con spirito" nimmt sich Sainz-Villegas vornehm zurück und überlässt dem Orchester djie Führung, das unter der sorfgältigen und sensiblen Führung von Fabian Panisello fast Kammermusik spielt. Im Adagio entführt uns der Gitarrist in die romantische Welt eines spanischen Sommerabends, leise antworten Flöten, Oboen. Im Allegro gentile meinen wir durch die Gärten von Aranjuez zu tanzen.
Als Zugabe spiselte Pablo Sainz-Villegas: Francisco Tarrega, Gran jota de concerto
Eine intensive Stimmung schwebt über Orchester und Publikum, das danach in begeisterten Jubel ausbricht.
Nach der Pause gilt es für eine kurze Zeit sich von der Romantik zu verabschieden. Denn Fabian Panisello präsentiert als Uraufführung seine Komposition "CROSSING LINES", das er im Auftrag des "Grafenegg Festival" komponierte und dem künstlerischen Leiter Rudolf Buchbinder widmete.
Interessant, schwierig und wahrschenlich nur für Komponisten oder Musikologen verstehbar. Ein besonderes Lob muss dem Orchester ausgesprochen werden, das diese schwierige Komposition problemlos meisterte.
Danach dufte wieder andalusische Lebensfreude herrschen:
Mit viel Ironie und einer Art "gebrochener Romantik" dirigierte Panisello MANUEL DE FALLAS "Dreispitz" - eine Musik voll praller Lebens- und Tanzeslust. Wie sehr der Komponist von seinem Mentor Rodrigo beeinflussst wurde, konnte man in seiner "Suite Nr.2 - Tres Danzas" hören. Mit diesem musikalischen Gruß an die Lebensfreude entließen Panisello und das Orchester das Publikum, das sich ausführlich für diesen wunderbar romantischen Abend bedankte.


