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Joachim Meyerhoff und Suzanne Meyerhoff im Theater Akzent

  • Silvia Matras
  • 2. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 6. Jan.


Cover (© Kiepenheuer und Witsch) : Mutter  mit Joschim als Bub
Cover (© Kiepenheuer und Witsch) : Mutter mit Joschim als Bub

Das Theater ist ausverkauft! Egal ob Meyerhoff aus seinen Büchern liest oder als Ariel, Kreon, Danton -man könnte die Rollennamen noch endlos fortsetzen - das Publikum begeisterte - er war und ist immer ein Ereignis. Schmerzlich haben ihn die Wiener die letzten Jahre vermisst - nun ist er wieder da! Im Akzent kommt erstmals auch die Mutter mit. Wir kennen sie alle aus dem Buch "Man kann auch in die Höhe fallen" : Stark, lebensfroh, unerschrocken half sie dem Sohn aus seiner Depression nach dem Schlaganfall heraus. Darüber schrieb der Sohn einen Roman, eine Romanbiographie, eine fiktionale Erzählung - egal, was auch immer, es wurde ein Bestseller!


Es sind schon einige Jahre vergangen, der Sohn steht wieder auf der Bühne, tourt durch die Lande und liest aus seinem zuletzt erschienen Buch. Die Mutter hört mild lächelnd ihrem Sohn bei der Einmoderation zu. Sie wirkt nicht mehr ganz so stark wie im Buch. Mit unaufgeregter, fast leiser Stimme liest sie die allseits bekannte Szene, als sie mit den drei Söhnen einen Ausflug nach Dänemark mit fatalen Folgen macht: Die Mutter wird aus der Sicht des kleinen Joachim geschildert, der hilflos erlebt, wie die "Rabenmutter ihre meuternden Söhne aus dem Auto wirft und sie eine gute Stunde auf der Straße stehen ließ. Da heißt es über sie im Roman ..sie erschien wie Peter O´Toole in dem Film "Lawrence von Arabien" . So brauste sie in einer Staubwolke über das Land...


©SHZ
©SHZ

Da liest die Mutter über sich selbst in der dritten Person. Aus der Fiktion im Roman wird Realität - anders gesagt: Fiktion wird authentisch und bleibt dennoch Literatur. Ein gekonntes Spiel mit Wirklichkeit und Scheinwirklichkeit.

Gegen Ende löst Meyerhoff dieses Doppelspiel mit Realität und Fiktion auf und liest aus dem "Buch im Buch" - Erinnerungen an peinliche Hänger eines nichtgenannten Kollegen und an seinen "Hänger" im Aufzug knapp vor seinem "Abrutscher" als Ariel im "Sturm" (Akademietheater, die beste Aufführung des Sturms, die es je gab!).

©Stephan Doleschal
©Stephan Doleschal

Das Publikum verlangt nach noch mehr Anekdoten, doch einmal muss Schluss sein. Behutsam hilft er seiner Mutter aufzustehen, hält fest ihre Hand und man spürt die tiefe Verbundenheit zwischen den beiden.


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