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Kammerspiele der Josefstadt: Ken Ludwig, Sherlock Holmes: Der Fall Moriarty

Silvia Matras
vor 11 Minuten
2 Min. Lesezeit


Watson ( Martin Niedermair), Sherlock Holmes (Claudius von Stolzmann)  © Rita Newman
Watson ( Martin Niedermair), Sherlock Holmes (Claudius von Stolzmann) © Rita Newman

Regie: Dominic Oley

Bühnenbild: Karl Fehringer, Judith Leikauf

Kostüme: Nicole von Graevenitz

Choreografie: Mel Stein


Wochenlang waren in der vergangenen Saison für "Sherlock Holmes. Der Fall Moriarty " keine Karten zu bekommen. Nun hat sich die neue Intendantin wohl wegen des großen Verkaufserfolges dazu entschlossen, das Stück nochmals ins Repertoire aufzunehmen.

Zu Beginn wird man von der Hektik, der Schnellsprechtechnik, die an manche Stakkato-Nachrichten erinnert, und von der überlauten Heiterkeit überfallen und überfordert. Gegen Mitte der Vorstellung scheinen sich die Gemüter der Schauspieler beruhigt zu haben, und Tempo und Lautstärke werden etwas normaler. Es kann ja auch sein, dass das Stück schon zu oft gespielt wurde und sich dieses Übertempo einfach eingeschlichen hat.


Der Regisseur Dominic Oley lässt bis auf Sherlock Holmes und Watson drei Schauspieler alle anderen Rollen spielen. Schon dadurch ergibt sich eine gewisse Hektik - umziehen, in eine andere Rolle schlüpfen - das erfordert schnelle Wendungen., was sich auch im Sprachrhythmus niederschlägt.

Hat man sich einmal an die Hektik gewöhnt, dann sind durchaus die Slapstickmomente und choreographischen Meisterleistungen (etwa im Ringkampf zwischen Sherlock Holmes und Moriarty) zu bewundern.

Die Handlung selbst ist krimiüblich schwach und der Aufdecker - Aha -Moment krimiüblich enttäuschend. Was aber in einer Komödie wurscht ist.

Sherlock Holmes soll Liebesbriefe mit brandgefährlichen Staatsgeheimissen auffinden und dem König von Böhmen übergeben. Gar keine leichte Sache, denn auch der böse Moriarty sucht nach ihnen. Am Ende kommts wies kommen muss: Der Böse stürzt im Kampf in den Wasserfall und ist wahrscheinlich mausetot. Und die Briefe???


Claudius von Stolzmann ist nicht der Scharfdenker, wie man ihn aus der Literatur kennt, sondern eher ein Springinsfeld, Sein Sherlock Holmes hat was Wienerisches, Patschertes an sich. Im biederen Anzug begleitet ihn Watson, der auch das Geschehen dem Publikum gegenüber kommentiert. Martin Niedermair ist ein bierernster Watson. Köstlich und in seinen Verwandlungen umwerfend: Markus Kofler als König von Böhmen, als Moriarty und in noch 9 anderen Rollen. Kimberley Rydell schwirrt als Spionin, Helferin Sherlocks über die Bühne. Michaela Klamminger böhmakelt hervorragend.

Alles in Allem anspruchslose Unterhaltung. Das Publikum amüsierte sich mäßig, aber bedankte sich dennoch mit Anerkennungsapplaus.

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