Ludwig XIX. - König für 20 Minuten.
- Silvia Matras
- vor 3 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

Idee und Inszenierung: Nils Strunk, Lukas Schrenk und Lara Regula.
Kostüm: Lara Regula und Anne Buffetrille
Live Musik: Nils Strunk, Jörg Mikula, Bernhard Moshammer, Hans Wagner
"Ludwig XIX" war eines der ersten Stücke des Erfolgsduos Strunk/Schrenk, aufgeführt in Wiesbaden 2024. Seither werden die beiden als Stars auf den deutschsprachigen Bühnen gefeiert . Sie haben zwar nicht das System "Mehrpersonen dargestellt von einer einzigen" erfunden, aber mit der "Schachnovelle" (Burgtheater) wohl einen ihrer größten Hits gelandet. "Ludwig XIX." liegt auf der Erfolgsskala ein ganzes Stück weit darunter. Wobei die Anforderung an Textvolumen und Bühnenpräsenz wohl gleich groß ist. Aber gegen Stefan Zweigs intensiven und packenden Text kommt halt die Erzählung über den armen Ludwig, der unbedingt König werden wollte, nicht ran. Denn im Grunde gleicht Ludwigs Leben auf der Bühne einem gerafften Geschichtsbuch, in dem es von Schlachten, Revolten und Revolutionen, Flucht, Exil und vergeblichen Hofnnungen nur so strotzt. Alles ordentlich mit Datum und Ort aufgezeichnet. Das kann trotz Gesang und Hütewechsel langweilig werden.
Schrenk sitzt als alter Ludwig in seinem Exilschloss in Österreich und schreibt an seinen Memoiren. Er, der Urururenkel - viellleicht fehlen noch einige ur -des großen Sonnenkönigs träumt davon, König von Frankreich zu werden. Nach vielen Jahren, in der er Schlachten, Revolutionen und auch Napoleon überlebt hat, bekommt er die Chance , König zu werden. Schon hält er die Krone in der Hand, da sagt sein Onkel: Nein, es sei klüger, er danke ab. Was er gehorsam wie er ist, auch tut. Obwohl Schrenk die Geschichte mit französischen Chansons lockert, deutliche Querschläge zur Politik der Gegenwart bringt und die Musik ironische Kommentare liefert, bleibt es ein zu detailreicher Ritt durch die Schlachtengeschichte des 19. Jahrhunderts.
Das Publikum dankte Lukas Schrenk für die enorme Leistung mit viel Applaus.


