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Schubertiade Schwarzenberg, 23. Juni 2026 Hagen Quartett: Lukas Hagen Violine. Veronika Hagen Viola, Clemens Hagen Violoncello, Rainer Schmidt Violine

  • Silvia Matras
  • vor 2 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit
Hagen Quartett © Schubertiade Schwarzenberg
Hagen Quartett © Schubertiade Schwarzenberg


Schwarzenberg brodelt vor Aufregung: Das Hagen Quartett spielt an diesem Abend das letzte Mal (hinter vorgehaltener Hand fügen einige hinzu: "In Europa"). Es beendet eine 45 Jahre andauernde Erfolgskarriere mit zwei Streichquartetten von Schubert. . Ein großer Moment im aktuellen Musikgeschehen! Dass sie in Schwarzenberg ihre Karriere beenden, ist wohl als Verbeugung vor Schubert und als Dank an die Organisation der "Schubertiade Schwarzenberg" zu interpretieren,. Deshalb werden die vier Musiker auch ausgiebig gefeiert - mit standing ovation und nachfolgendem Festessen und was sonst noch dazugehört .

Wenn vom Hagen Qartett die Rede ist, dann fallen Epitheta ornantia wie "vom Feinsten", "einmalig", "auratisch". Bescheiden und wenig auskunftsfreudig ist dagegen die offizielle Homepage. Das spricht für die Künstler. Kaum Interviews.


"Der Tod und das Mädchen"

Der Angelika Kaufmann-Saal ist bis zum letzten Platz ausverkauft, das Publikum in Hochstimmung. Dann betreten die vier Musiker die Bühne, ohne große Präludien beginnen sie: Präzise, hochkonzentriert, auf die Hundertstelsekunde aufeinander abgestimmt, keine verzögerten Einsätze - mit einem Wort: Perfekt. Es geht ja um nichts Geringeres als um das Leben, das um Verlängerung kämpft. Doch der Tod hat das Leben bereits fest im Griff, das wusste Schubert und setzte das Wissen um sein frühes Ende unermüdlich in Musik um. Ohne jede Larmojanz und ohne Pathos spielen die Vier, in einer Exakteit, die bewusst "nüchtern" wirken soll. Wie immer sind dem Hagen Quartett Klarheit und Authentizität wichtiger als Dekor und Pathos.


Streichquartett G-Dur

Beethovens musikalisches Schwergewicht wirft seinen Schatten auf dieses Quartett. Schubert kämpfte sich mit dieser Musik von seinem großen Vorbild frei und schuf eine heute modern wirkende, ungewohnte Quartettform, die mehr nach Symphonie als nach Quartett klingt.

Das Hagen Quartett lässt sich nicht zu Schnörkel verführen: glasklar führt es durch das etwas verkopft wirkende Allegro, lässt Dur und Moll in ungezügelter Form aufeinander prallen, spielen das Scherzo feinnervig und unruhig, lassen das Allegro kühl ausklingen.

Das Publikum ehrt die Perfektion mit standing ovations.

Nach so viel Todesnähe beruhigt die Natur - trotz Hitze (gefühlte 33 Grad noch am Abend) leuchten die Wiesen im tiefen Abendgrün. Und ein Glas Prosecco führt aus dem Todesthema hinaus ins pralle Leben - in die Feier des Abends!


Alle noch kommenden Termine unter:


Der idyllische Ort Schwarzenberg © Schubertiade Schwarzenberg
Der idyllische Ort Schwarzenberg © Schubertiade Schwarzenberg

www.schubertiade.at - hier finden Sie alle weiteren Termine der Schubertiade 2026





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