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Schubertiade Schwarzenberg: Franz Schubert : Winterreise. 22. Juni 2026

  • Silvia Matras
  • vor 3 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit
Christoph Prégardien © Schubertiade Schwarzenberg
Christoph Prégardien © Schubertiade Schwarzenberg

Christoph Prégardien - Tenor


Julius Drake © Schubertiade Schwarzenberg
Julius Drake © Schubertiade Schwarzenberg

Julius Drake - Klavier


Der Zyklus "Winterreise" ist unter allen Liedern und Zyklen Schuberts der wohl ergreifendste. "Ich werde euch schauerliche Lieder vorsingen. Ich bin begierig zu sehen, was ihr dann sagt, Sie haben mich mehr angegriffen, als dieses je bei anderen Liedern der Fall war", so Franz Schubert zu seinen Freunden (zitiert aus dem Programmheft S41)


Schubert wählte die Texte für die Kompositon sehr genau abgestimmt auf seine eigene Gemütslage aus. Text (Wilhelm Müller) und Vertonung sind ein Spiegel seines Seelenzustandes, der zur Zeit der Entstehung (1827) wohl recht düster war. In der Rückschau auf sein Leben mag ihn wohl eine Ahnung des nahen Todes in tiefe Schwermut versetzt haben.


Für jeden Liedsänger gilt daher die "Winterreise" als das Lebenslied Schuberts, das er mit seiner Stimme zum Leuchten und Wirken bringt. Christoph Prégardien ist ein Großmeister des Liedes. Durch die "Winterreise" führte er das Publikum mit der Weisheit und Erfahrung eines Künstlers, der den Weg Schuberts innerlich nachvollziehen kann. Julius Drake ist wie immer sein sensibler und durchaus auch autarker Begleiter.


Jung ud frisch erklang der Beginn: "Gute Nacht": Selbstsicher und ein wenig kokett verabschiedet sich der Wanderer von seinem Liebchen. "Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus"...noch ist keine Wehmut in ihm. Er zieht hoffnungsfroh und der Wiederkehr sicher, hinaus in die Welt. Bald jedoch wird dem jungen Wanderer, als er unter dem "Lindenbaum" Rast hält, bewusst, was Einsamkeit heißt. Prégardien ließ viel Stille walten, Nachdenkzeit - ganz wunderbar. Wie sehr er mit Rhythmuswechsel auch Stimmungswechsel schafft, ließ er im Lied "Wasserflut" wirken. Schon bald wird aus dem jungen Wanderer der Einsame, der kein "Obdach" hat. Er ahnt dass seine Träume von "bunten Blumen" sich vielleicht nicht verwirklichen werden. Je älter und vom Alter bedrängter der Wanderer wird, desto inniger wurde die Gestaltung Prégardiens. Ein letztes Aufbäumen gegen den Winter im Lande und im Herzen des Komponisten ließ Prégardien voll aufklingen, bevor er die beiden letzten Lieder ("Die Nebensonnen" und "Der Leiermann") in tiefster Transparenz ausklingen ließ.

Lange Stille im Publikum, bevor ein dankbarer Applaus für die beiden Dioskuren des Liedes losbrach!

Der Angelika Kaufmann Konzertsaal © Schubertiade Schwarzenberg
Der Angelika Kaufmann Konzertsaal © Schubertiade Schwarzenberg

ORF - Sendetermin: 1. August 2026, 15.05h , Ö1

Weitere Termine 2026 s. unter:



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