Theater Nestroyhof/Hamakom: Marlene Streeruwitz: Sturm.
Regie: Hannes Hametner
Bühne und Kostüm:Christoff Wiesinger
Musik: Otto Lechner

Auf einem Trampolin, das ins Leere führt, balanciert Frau Horvath (Anne Bennent). Sie langweilt sich, wartet. Auf wen? Das weiß man nicht, wie man überhaupt sehr wenig weiß, versteht. Marlene Streeruwitz schrieb "Textflächen à la Jelinek". Leider zerfasern die Flächen in Einzelteile. Die zu einem sinnvollen Ganzen zusammenzufügen, ist fast unmöglich.
Es sei versucht - ohne Gewähr. Denn der Abend läuft wohl darauf hinaus, dass sich jeder einzelne Besucher (bei Streeruwitz muss es natürlich heißen: und Besucherin ) am Ende der Performance seinen eigenen Reim daraus macht.
Der Versuch: Eine Frau (Frau Horvath) ist dazu engagiert, Prometheus zu pflegen. Der
steht als Statue, schon ein wenig ramponiert, in der Ecke. Bekanntlich hat sich Prometheus den Zorn des Göttervaters zugezogen, weil er der Menschheit das Feuer schenkte. Deshalb hat ihn Zeus an einen Felsen gekettet und ein Adler muss ihm in Abständen die Leber rauspicken. Kein schöner Zug vom Vater. Gott sei Dank bleibt der Anblick des Leidenden den Zuschauern erspart. Genannte Frau Horvath weigert sich, den armen Kerl zu pflegen. Hat auch keinen Sinn mehr, denn plötzlich zerlegt es ihn in Einzelteile. Was Frau Horvath dazu veranlasst, sich das Gesicht wie ein männlicher Dämon zu schminken. Ende.
Ratlosigkeit bleibt zurück, aber viel Applaus für die aufopfernde Performance von Anne Bennent.


