Tonkünstler-Orchester: Daniel Lozakovich Violine, Metthew Halls Dirigent. Festspielhaus St. Pölten
- Silvia Matras
- 19. Nov.
- 2 Min. Lesezeit
Es war wieder einmal eines der unvergesslichen Hörerlebnisse, die noch lange nachschwingen! Vor allem der junge Geiger Daniel Lozakovich faszinierte und begeisterte.

Jean Sibelius,"Lemminkäinen zieht heimwarts" (1895, 96)
"Die Heimkehr eines fröhlichen Helden" betitelt Rainer Lepuschitz dieses Musikstück im Programm. Als Hintergrundbild für den Helden wird Achilles genannt. wegen seiner Kühnheit und seines Erfolges bei Frauen- Doch irgendwie schleicht sich beim Hören die Figur des Odysseus ein. Odysseus kehrt nach vielen Abenteuern - besonders mit schönen Frauen - nach Ithaka heim, wo ihn seine Frau Penelope erwartet: Leise schleicht er in den Palast, um die Freier nicht frühzeitig zu warnen, dann rast er voran, alle Vorsicht beiseite lassend.. Mit der triumphalen Schlussmusik erobert er Palast, Heimat und Frau zurück! Egal, ob Achill oder Odysseus oder Lemminkäinen - die männlich dahinstürmende Musik reißt mit, bravourös von Metthew Halls dirigiert und ebenso bravourös von den Tonkünstlern in ein muskalisches Abenteuer verwandelt.
Max Bruch, Konzert für Violine und Orchester Nr.1 , 1864-68

Hochspannung im Publikum - man wartet auf den 24 Jahre jungen Solisten, dem ein ganz besonderer Ruf vorauseilt: Daniel Lozakovich. Mit renommierten Orchestern wie das Royal Concertgebouw Orchhester und einigen anderen habe er schon erstaunliche Erfolge verzeichnet. Im März 2026 wird er das ihm gewidmete zweite Violinkonzert von Pascal Dusapin zur Uraufführung bringen.
"Alle 14 Tage kommt ein Geiger und will mir mein Violinkonzert Nr.1 vorspielen.....Ich kann dieses Konzert nicht mehr hören!" soll Max Bruch sich verärgert geäußert haben und halb im Scherz, halb im Ernst an ein Aufführungsverbot gedacht haben (zitiert nach Programmheft S 10) Hätte Daniel Lozakovich es ihm vorgespielt, wäre Max Bruch wahrscheinlich in Tränen der Rührung und Begeisterung ausgebrochen. Denn so ging es uns allen im Publikum. Da spielte ein ganz Junger, als hätte er das Leben schon in allen Facetten der Schönhet und des Leides erfahren. Schon sein Einstieg war nicht anders als "himmlisch, schlicht und ergreifend" zu benennen. Aber was heißt da "benennen"? Spsrachliche Mitteln reichen nicht aus, die Empfindungstiefe des jungen Musikers zu beschreiben. Nur noch ein Wort zum Dirigenten und Orchester: Beide ließen sich demütig von dem jungen Genie begeistern!
Mit der Zugabe von Eugène Ysaye, Sonate für Violine Solo Nr.3 bedankte Daniel Lozakovich sich für den begeisterten Applaus.
Edward Elgar: Symphonie Nr.1 As-Dur opus 55 (1907/08)
Der Dirigent Hans Richter kündigte einst diese Symphonie so an: "Wie wollen jetzt die größte Symphonie der Gegenwart proben"! Der Erfolg gab ihm recht.
Matthew Halls ließ das Orchester in der Musik schwelgen. Schon der machtvolle, majestätische Beginn versprach "noble, aber einfache" Musik, zwischen kämpferischen und mystischen Phasen abwechselnd. Besonders im 2. Satz spürte man die starke Überzeugung des Komponisten - er hat die Macht, er ruft zum Marsch auf, um dann gleichsam ohne Übergang ein Adagio zu prässentieren, das in seiner Zartheit an Mahlers Adagietto aus der 5. Symphonie erinnert. In einer ungewohnten Rhthmik endete diese klangvolle Symphonie, von Halls und den Tonkünstlern mit Bravour gespielt!
www.festspielhaus.
..
"

