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Wiener Staatsballett:" american signatures". Volksoper

  • Silvia Matras
  • 19. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Orchester der Volksoper Wien

Musikalische Leitung: Robert Reimer. Am Klavier: Seika Ishida

Vier bedeutende amerikanische Choreogrphien des 20. Jahrhunderts


"interplay" (Zusammenspiel)


Das Ensemble © Wiener Staatsballett/Ashley Taylor
Das Ensemble © Wiener Staatsballett/Ashley Taylor

Als heiter-beschwingte Studie hat Jerome Robbins diese Choreografie 1945 nach der Musik von Morton Gould entworfen. Es wirkt, als würden sich Jugendliche auf einer Piazza oder in einem Park zum täglichen freundschaftlichen Kräftemessen treffen. Alles wirkt spielerisch, leicht. Die Mädels provozieren, die Burschen paradieren. Die Mädels in hellfarbigen kurzen Kleidchen, die Burschen eher in gedämpften Farben ( Kostüme: Santo Loquasto). Da sprüht und glizzert die Energie . Als launiger Kobold, quasi als Kopf der Bande, brilliert Junnosouke Nakamura mit Übermut und Lebensfreude!. Es ist ein Ausprobieren der Kräfte ganz ohne Kampfsinn. Wenn sie am Ende dann sich präsentieren, da spürt das Publikum die Freude am Tanz, an der Gemeinschaft ganz deutlich.

Das Ensemble: Natalya Butchko, Margerita Fernandes, Yelyzaveta Lazovska, Anita Manolova,Trevor Hayden,Vaclav Lamparter,Junnosuke Nakamura, Arne Vandervelde


"dispatch duet"


Sinthia Liz und Duccio Tariello © Wiener Staatsballett Ashley Taylor
Sinthia Liz und Duccio Tariello © Wiener Staatsballett Ashley Taylor

Im Bühnenhintergrund steht das Paar mit dem Rücken zum Publikum und bespricht sich - vielleicht gehen sie in Gedanken noch einige Schwierigkeiten dieser Choreographie durch. Sie wissen, dass ihnen die Choreografin Pam Tanowitz keinen gewöhnlichen Trainingsabend vorbereitet hat. "Gewöhnlich" im Sinne von oft gesehen gibt es bei dieser Choreografin nicht. Locker gehen sie in den Bühnenvordergrund, entledigen sich ihrer leichter Überjacken. In "Sportbekleidung" (Kostüme:Reid Bertelme und Harriet Jung) starten sie den Parcours des Unerwarteten, Unglaublichn. Klavier und Bässe hämmern einen unerbittlichen Takt (Auszüge aus Dispatches von Ted Hearne) Alles wirkt neu, im Augenblick entwickelt, von ungeheurer Präzision und gleichzeitigem Anschein des Ungefähren.

Sinthia Liz, Duccio Tariello © Wiener Staatsballett Ashley Taylor
Sinthia Liz, Duccio Tariello © Wiener Staatsballett Ashley Taylor


Die pas de deux' verlangen akrobatische Genauigkeit, und doch muss alles leicht wirken. Sinthia Liz und Duccio Tariello wirken fast schwerelos. Ihre Griffe sind fest und vertrauensvoll - was Bedingung ist für die ungewöhnlichen Kombinationen von Sprüngen und Figuren. Eine atemberaubende Choreographie, die Unglaubliches von dem Paar abverlangt!


"each in their own time"



Davide Dato und Rinaldo Venuti © Wiener Staatsballett/ Ashley Taylor
Davide Dato und Rinaldo Venuti © Wiener Staatsballett/ Ashley Taylor

Der Choreograph Lar Lubovitch "begnügt" sich in diesem Werk mit zwei Tänzern (Davide Dato und Rinaldo Venuti). In einem Interview meinte er: "Das Duett ist eine meiner liebsten Formen: Zwei Seelen, zwei Oberkörper, vier Beine und vier Arme bieten unendliche Möglichkeiten." ( Programmheft S 24)

Und so entwickeln Dato und Venuti zur Musik von Johannes Brahms (Klavier: Shino Takizawa) eine ruhige, innige und durchaus gewollte klassische Ballettperformance.(Kostüme und Licht: Lar Lubovitch)


"let me mingle tears with thee"



Olga Esina, Zsolt Török, Elena Bottaro © Wiener Staatsballett/Ashley Taylor
Olga Esina, Zsolt Török, Elena Bottaro © Wiener Staatsballett/Ashley Taylor

Zur bewegenden Musik von Pergolesis "Stabat mater" sangen Anita Götz (Sopran) und Jasmin White (Alt). Ein wunderbares Ballettensemble interpretierte nach der Choreografie von Jessica Lang das Sterben Jesu Christi. ein breiter weißer Lichtbalken symbolisiert das Kreuz ( Bühne :Carolyn Wong, Jessica Lang) In goldcremfarbene Schleier gehüllt (Kostüme Jillian Lewis) tanzten die Paare mit langsamen Bewegungen der Erde zugewandt . Interessant war, dass der männliche und weibliche Part die Rollen der Mutter Maria und des Leichnams Christi abwechselnd tanzten. Aus den Trauernden ragte eine hohe Gestalt heraus , die man am ehesten als Hoffnung auf die Auferstehung interpretieren konnte - in den langsamen und innigen Bewegungen unverkannbar Olga Esina!

Ein Abend, der nicht nur die verschiedensten "Signaturen" amerikanischer Choreographen demonstrierte, sondern auch die makellosen Leistungen des Wiener Staatsballetts!
















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