top of page

Wiener Staatsballett: "visionary dances"

  • Silvia Matras
  • vor 3 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

In drei verschiedenen, zukunftsweisenden (daher der Titel) Choreografien brilliert das Staatsballett: "Headscape" von Justin Peck, "Yugen" von Wayne Mc Gregor und "In the Upper Room" von Twyla Tharp. Das junge, teils neue Ensemble zeigt unter dem engagierten Dirigenten Gavin Sutherland seine Stärken.


Heatscape: Z.Toeroek und M. Luckute © Ashley Taylor
Heatscape: Z.Toeroek und M. Luckute © Ashley Taylor

HEATSCAPE ("Hitzelandschaft")

Choreografie Justin Peck, Musik Konzert für Klavier und Kammerorchester Nr. 1D-Dur von Bohuslav Martinu. Bühne Shepard Fairey.

Shepard Fairey ist einer der ersten Künstler gewesen, der Kunst im öffentlichen Raum und Murales als politische Message nützte. Ihn gewann Justin Beck als Bühnenbildner für seine Choreografie "Heatscape", die er in Miami zu einer Zeit ansiedelt, als die Stadt noch nicht durch Billigarchitektur zugemüllt war. Vor einem Ornament der strahlenden Sonnenenergie bewegt sich das Jungvolk leichtfüßig in weißen Kostümen, die an Badebekleidung der 30er Jahre erinnert. Mit der energiegeladenen Musik tanzen die Paare leichtfüßig durch ein unbeschwertes Leben, voller Erinnerungen an Kinderspiele. Die Boys produzieren ihr Können vor der Mädchenriege, Partner werden gefunden in zauberhaften Pas de deux und gleich wieder zu anderen Formationen aufgelöst. Peck nützt viele Standards aus dem klassischen Ballett gemischt mit mdoernen Choreografien.



"Yugen": C. Trenary, D. Dato © Aschley Taylor
"Yugen": C. Trenary, D. Dato © Aschley Taylor

"YUGEN"

Konzept, Inszenierung und Choreografie: Wayne Mc Gregor. Musik: Chicester Psalms von Leonard Bernstein. Bühne: Edmund de Waal. Kostüme: Shirin Guild

McGregor konnte den Allroundkünstler Edmund de Waal und die bekannte Modedesignerin Shirin Guild für dieses Werk gewinnen. Der mystischen und verzaubernden Musik von Berstein, dem beeindruckenden Gesang des Schönberg-Chores (in Hebräisch) und der über allem schwebenden Knabenstimme (Alexis Zemtsov) ordnen sich Bühnenbild, Kostüme und Tanz homogen unter. De Waal schuf Glasstelen, die an Tempel oder mächtige Säulen einer Kathedralen erinnern. Aus ihr treten die Tänzer und Tänzerinnen hervor und eröffnen das gehiemnisvolle Ritual. McGregors herausfordernde Choreografie feiert das Leben in all seinen Facetten. Schade nur, dass das Publikum zwischen den Psalmen applaudierte und damit die Stimmung unterbrach.


In the upper room: C.Uderzo, D. Tariello © Aschley Taylor
In the upper room: C.Uderzo, D. Tariello © Aschley Taylor

"IN THE UPPER ROOM"

Choreografie Twyla Tharp. Musik Philip Glass. Kostüme Norma Kamali


Zu der minimalistischen, repetitiven Musik von Philip Glass schuf Twyla Tharp eine Choreografie, die alle Kräfte und Energie der Tänzer herausfordert: Sprünge, Hebefiguren, Pas de deux und Gruppierungen in Synchronformationen - alles zwischen Streatdance, Akrobatik und klassischem Ballett - und das atemlos, ohne Pause.

Die Kostüme im grau-beigen Streifenlook oder purem Rot, dazu weiße Sneakers oder je nach Tanzart rote Ballettschuhe evozieren schweißtreibenden Sport oder hartes Tanztraining. Das Ensemble zeigte wahren Leistungssport! Vom Publikum mit reichlichem Apllaus belohnt.


Insgesamt gibt "visionary dances" einen vielfältigen und spannenden Einblick in Tanz und Ballett der Gegenwart und jüngster Vergangenheit. Eine beeindruckende Leistung des gesamten Ensembles des Wiener Staatsballetts!


bottom of page