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Willkommen
auf dem bunten Kulturmarkt von Silvia Matras.
Ich bin immer neugierig, nie objektiv, dafür ehrlich!
Ich schreibe mehr aus der Seele als aus dem Kopf.
Nurejew-Gala 2017. Wiener Staatsoper
<p>Ein rauschendes Fest für Augen und Ohren! Manuel Legris ließ seine „Puppen tanzen“ – und wie! Nach einer eher einschläfernden Introduktion aus Dornröschen ging es in ein „Solo“, das von Kimoto, Szabo und Wielick mit Höllentempo nach Musik von Bach hingetanzt wurde. Man war wach – und das war gut so, denn schon folgte einer […]</p>
Silvia Matras
30. Juni 20172 Min. Lesezeit
DDelphine de Vigan, Das Lächeln meiner Mutter. Droemer. Aus dem Französischen von Doris Heinemann
<p>Es ist eines der Hauptthemen, das Delphine de Vigan immer wieder beschäftigt: Die Frage, wieviel in einem Roman, einem literarischen Werk jeglicher Gattung Fiktion, wieviel reine Berichterstattung sein darf. In dem vorliegenden Fall eine besonders heikle Frage, da es sich um die Aufarbeitung der Krankheit (Schizophrenie) ihrer Mutter, die sich dasLeben nahm, handelt. „Anfangs, als […]</p>
Silvia Matras
25. Juni 20172 Min. Lesezeit
Jean-Luc Seigle, Ich schreibe Ihnen im Dunkeln. C.H.Beck
<p>Andrea Spingler verdanken wir die ausgezeichnete Übersetzung eines literarisch hochinteressanten und faszinierenden Werkes. Jean-Luc Seigles Sprache ist hart-realistisch und zugleich sehr poetisch. Ihre starke Sogwirkung zieht den Leser in das Geschehen hinein, auch in die grausamsten Stellen, wie etwa die Vergewaltigungsszene. Einmal mehr geht es um eine wahre Geschichte! – Es scheint, dass in der […]</p>
Silvia Matras
25. Juni 20172 Min. Lesezeit
Salzburger Pfingstfestspiele: „La Sylphide“ -Ballett des Mariinsky-Theaters, Petersburg
<p>FürBallettkenner oder auch nur Liebhaber war die Aufführung eine herbe Enttäuschung. Das Petersburger Ballett des Mariinsky-Theaters brachte „La Sylphide“ in der ursprünglichen Fassung aus 1836, nach der Original-Choreografie von August Bournonville. Die Musik des unbekannten Komponisten Herman Severin Lovenskiold (1815-1870) war noch das Beste dieses Abends. Valery Ovsyanikov dirigierte brillant das Mozarteumorchester Salzburg. Nun muss […]</p>
Silvia Matras
10. Juni 20172 Min. Lesezeit
Delphine de Vigan, Nach einer wahren Geschichte. Aus dem Französischem von Doris Heinemann. Dumont
<p>Die Autorin stellt die Frage: Wieviel Autobiographisches, wieviel Reales soll, darf ein Roman enthalten. Es gab eine Ära in der Literaturwissenschaft, da galt es als verpönt, nach biographischen Fakten in dem jeweiligen Werk zu fragen. Nun scheint eine Kehrtwende um 180 Grad eingetreten zu sein. „Das Wahre, die Wahrheit“ – siehe Titel – spielt eine […]</p>
Silvia Matras
9. Mai 20172 Min. Lesezeit
Der Feuervogel. Ballettabend in der Volksoper
<p>Tänzer der Wiener Staatsoper und Volksoper stellten ihr Regietalent unter Beweis. Für das Publikum war gleich der 1. Teil „Petruschka“ nach der Musik von Stravinsky (Fassung 1947) eine Herausforderung. Eno Peci, allen Ballettfreunden als hervorragender Tänzer bekannt, zeichnete für die Choreographie und Dramaturgie (gemeinsam mit Pavol Juras) verantwortlich. Und er hatte den Mut, ein ganz […]</p>
Silvia Matras
8. Mai 20172 Min. Lesezeit
„Salon Zuckerkandl. 1938 geschlossen“ im KIP-Kultur im Prückel
<p>Dieses Theater unter dem Café Prückel muss man einfach mögen: Versteckt unter dem immer voll besetzten Café steigt man über Stufen hinunter in eine Welt von gestern, Jugendstilambiente in hellem Grün. Das Theater selbst hat noch das typische Flair eines ehemaligen Kellertheaters – allerdings auf edel: rote Sitze, roter Samtvorhang, die Guckkastenbühne rot ausgeschlagen. Und […]</p>
Silvia Matras
22. Apr. 20172 Min. Lesezeit
„Die Welt im Rücken“ nach dem Roman von Thomas Melle. Akademietheater.
<p>Es musste so kommen: Joachim Meyerhoff las den Roman „Die Welt im Rücken“ und wusste sofort: Diese Geschichte will ich auf die Bühne bringen! Die Affinität zwischen Meyerhoff und dem Autor Thomas Melle ist augenscheinlich, was nicht heißen soll, dass Meyerhoff unter derselben Krankheit (manisch-depressiv) leidet, aber dass er seit seiner Kindheit viel Verständnis für […]</p>
Silvia Matras
21. Apr. 20172 Min. Lesezeit
Elena Ferrante, Die Geschichte eines neuen Namens. Aus dem Italienischen von Karin Krieger. Suhrkamp
<p>Sie hat es wieder getan! Elena Ferrante hat uns mit dem 2. Band ihrer „Neapolitanischen Saga“, wie sie ihr Werk selbst nennt, wieder völlig in den Bann geschlagen. Lila hat geheiratet, von allen wegen ihres „Reichtums“ beneidet, zieht mit ihrem Ehemann Stefano in ihre blitzblanke neue Wohnung ein und schon beginnt der Kampf zwischen ihr […]</p>
Silvia Matras
20. Apr. 20172 Min. Lesezeit
Orestie von Aischylos. Burgtheater
<p>Gleich vorweg: Eine faszinierender Abend mit großartigen sprachlichen Leistungen. So exakt und deutlich verstehbar hat man noch selten einen antiken Sprechchor erlebt (Leitung: Bernd Freytag)! Da könnten so manche Schauspieler im deutschsprachigen Raum lernen, wie geschultes Sprechen geht. Zum Stück: Vor allem ist der Erfolg des Abends der genialen Übersetzung von Peter Stein geschuldet. Ihm […]</p>
Silvia Matras
18. Apr. 20172 Min. Lesezeit
La Wally. Volksoper Wien
<p>Ein großartiger, atemberaubender Abend! Alfredo Catalanis Oper, bisher nicht allzu oft gespielt, wurde in der Volksoper vom Bühnenorchester der Wiener Staatsoper unter dem fast rauschhaften Dirigat von Marc Piollet und der subtilen Regie von Aron Stiehl erfolgreich auf die Bühne gebracht. Beeindruckend wurde Stiehl von dem Bühnenbildner Frank Philipp Schlössmann unterstützt, der mit seinen riesigen […]</p>
Silvia Matras
13. Apr. 20172 Min. Lesezeit
Michela Murgia, Chirú.Übersetzung aus dem Italienischen: Julia Brandestini. Wagenbach Verlag
<p>Der Roman lässt mich etwas ratlos zurück: Ich weiß nicht, ob ich dieser ziemlich abgehobenen und selbstverliebten Hauptfigur auch nur ein Fünkchen Sympathie entgegen bringen kann, soll oder müsste. Eleanora ist achtunddreißig Jahre alt, Sardin und eine erfolgreiche Theaterschauspielerin. Gerne nimmt sie junge Burschen so zwischen 16 und 18 als „Schüler“ an – und da […]</p>
Silvia Matras
11. Apr. 20172 Min. Lesezeit
Jochen Schmidt, Zuckersand. C.H. Beck Verlag
<p>Schmidt ist ein Autor mit Humor und genauer Beobachtungsgabe. Er sieht die Welt aus den Augen eines zweijährigen Kindes, das im Begriffe ist, die Umgebung zu erobern. Karl, so heißt das neugierige, willenstarke Kerlchen, hat seinen eigenen Kopf, seine eigenen Vorstellungen. Egal, ob im Supermarkt, wo er großen Gefallen an der Maschine für Flaschenretouren findet […]</p>
Silvia Matras
11. Apr. 20172 Min. Lesezeit
Margret Greiner; Charlotte Salomon. Es ist mein ganzes Leben. Knaus Verlag
<p>Charlotte Salomon – eine faszinierende Persönlichkeit, von der Autorin Margret Greiner faszinierend in eine Romanbiografie gefasst. Wieder einmal hat die Autorin bewiesen, dass sie durch intensive Recherchen, hohe Einfühlsamkeit und starke Sprachbilder einen Charakter dem Leser in die Seele schreiben kann. Charlotte Salomons Schicksal wurde während der Salzburger Festspiele 2014 in dem gleichnamigen „Sing-Spiel“ von […]</p>
Silvia Matras
4. Apr. 20172 Min. Lesezeit
Thomas Melle, Die Welt im Rücken. rowohlt Verlag. Dazu die Matinnée: Gespräch mit Joachim Meyerhoff und Heide Tennerund
<p>In diesem Text (kein Roman, keine Fiktion) berichtet Thomas Melle frappierend ehrlich über seine bipolare Störung, seine manischen und depressiven Abstürze und Zerstörungen, über seine immer wiederkehrenden stationären Aufenthalte in der Klinik, seine Flucht daraus und von der einerseits den Körper und Geist verändernden Wirkung der Medikamente und andrerseits von der unabdingbaren Abhängigkeit von ihnen. […]</p>
Silvia Matras
31. März 20172 Min. Lesezeit
Elena Ferrante, Meine geniale Freundin. Suhrkamp
<p>„Alle Welt liest Elena Ferrante“ soll die FAZ geschrieben haben. So steht es jedenfalls auf der Rückseite des Covers. Das mag eine Übertreibung sein, aber wahr ist: Viele reden über das Buch, über die Autorin, von der man nicht weiß, wer dahinter steckt – angeblich soll ein Journalist das Geheimnis schon verraten haben. Aber das […]</p>
Silvia Matras
12. März 20172 Min. Lesezeit
„Onegin“ Ballett von John Cranko. Staatsoper. 4.März 2017
<p>Es war, wie zu erwarten, ein bezaubernd-berauschender Abend. Dieses Handlungsballett nach dem Roman von Alexander Puschkin in der Choreographie von John Cranko hat ja seine Tücken. Besonders für die Figur des Onegin. Schon Shishov hatte damit seine Schwierigkeiten. Denn wie tanzt man einen gelangweilten Schnösel? Cranko operiert da mit allzu übertriebener Gestik. An diesem Abend […]</p>
Silvia Matras
6. März 20171 Min. Lesezeit
Bruno Pallandini: Dieses altmodische Gefühl. Residenz Verlag
<p>Ein erfrischend unzeitgemäßes Thema: Die altmodische Liebe eines 50 Jährigen zu einer 70jährigen Schauspielerin in Pension. Der Erzähler ist Architekt, mangels Aufträge hat er auf Baumeister umgesattelt. Die Firma läuft bestens, Geld spielt keine Rolle. Er gibt sich den komischen Namen „Ildefons“ – wer denkt da nicht an das Konfekt Ildefonso? – seine Angebetete nennt […]</p>
Silvia Matras
28. Feb. 20172 Min. Lesezeit
Shakespeare, Die Komödien der Irrungen. Burgtheater
<p>Eigentlich müsste es heißen: „Nach Shakespeare“, denn Shakespeare sah man keinen, nur Klamauk à la Herbert Fritsch, der für Regie und Bühne zuständig ist. Hat man als Zuschauer erst einmal begriffen, dass man nichts begreifen muss und auch nicht kann, weil auf der Bühne geschrien oder maximal unverständlich gebrabbelt wird, dann kann man sich entspannt […]</p>
Silvia Matras
23. Feb. 20172 Min. Lesezeit
Daniela Strigl: Berühmt sein ist nichts. Marie von Ebner-Eschenbach. Eine Biographie. Residenz Verlag
<p>Nun habe ich mich durch Wochen in das Leben von Marie Ebner-Eschenbach hineingelesen. Je näher das Buch und ihr Leben sich dem Ende zuneigte, desto weniger Seiten las ich pro Tag. Denn ich wollte mich nicht verabschieden – wollte nicht, dass ihr Leben endet, wollte nicht, dass das Buch endet. Ich zögerte den Tod hinaus, […]</p>
Silvia Matras
17. Feb. 20172 Min. Lesezeit
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